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Die Kraft der „klugen Egoisten“

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Paul Lang, Obmann des Waldverbands Steiermark, in seinem Element: einem steirischen Bauernwald.

Gemeinsam statt allein im Wald: Mehr als 15.000 heimische Waldbauern machen den Waldverband Steiermark zm größten Holzvermarkter Österreichs. Obmann Paul Lang über die Kraft der Kooperation,
die Zukunft der aktiven Waldbewirtschaftung und die Innovationskraft der steirischen Waldbauern.

Text: Wolfgang schober, Fotos: Oliver Wolf, Helmut Lunghammer, beigestellt

Er sieht den Wald trotz lauter Bäumen. Das Einzelne und das Gesamte. Die Summe vieler Kleiner und die geballte Kraft eines Verbands. „Die Kunst, ein kluger Egoist zu sein“, nennt es Paul Lang, Obmann des Waldverbands Steiermark, der 15.000 steirische Waldbauern unter einem Dach vereint. „Wer kooperiert, kann Unglaubliches leisten – der Waldverband beweist es. Die Kooperation ermöglicht uns, mit einer Stimme zu sprechen und damit auf Augenhöhe mit den Großen der Industrie aufzutreten“, strahlt Paul Lang aus ganzem Herzen während unseres Interviews – standesgemäß – mitten im Wald. Das war nicht immer so. Gerade kleine Waldbauern hatten einst bei Preisverhandlungen mit der Sägeindus­trie oft das Nachsehen. Und standen somit buchstäblich allein im Wald. Das gemeinsame Auftreten hat deren Position massiv gestärkt. „Im Verbund sind wir nun der größte Holzanbieter Österreichs“, freut sich der Oststeirer. Nicht weniger als eine Million Festmeter Holz liefert das Kollektiv heimischer Waldbauern jährlich an die Industrie. Tendenz steigend. Schließlich zeigen auch die Mitgliedszahlen des steirischen Waldverbands steil nach oben. „Wir haben bis zu 50 neue Mitglieder pro Monat“, verrät Lang. Aber auch die Holzausbeute pro Hektar hat sich in den vergangenen Jahren stark verbessert. Freilich ohne die Nachhaltigkeit, das oberste Prinzip der Waldwirtschaft, zu gefährden. Gelungen ist dies durch eine aktive Waldbewirtschaftung. „Wir haben heute ja zunehmend Hof-ferne Waldbesitzer, die selbst nicht mehr im Wald arbeiten und das Potenzial ihres Waldes entsprechend ungenutzt lassen“, erklärt Lang. Eine Situation, die viele Verlierer kennt: den Wald, die Wirtschaft, den Waldbesitzer selbst sowie das Klima. „Ein unbewirtschafteter Wald wirkt klimaschädlich, da verrottendes Holz unmittelbar C02 entstehen lässt. Die Nicht-Bewirtschaftung schadet auch dem Besitzer, da er auf Einkommen verzichtet. Und ebenso leidet die Industrie, da sie den notwendigen Rohstoff Holz, obwohl theoretisch verfügbar, nicht in ausreichendem Maß nutzen kann.“
Hier kommt der Waldverband ins Spiel: Er unterstützt Waldbesitzer bei der Bewirtschaftung der Wälder und spielt damit eine wesentliche Rolle in der „Mobilisierung des Holzes“ in der Wertschöpfungskette. Die Unterstützung des Verbandes ist umfassend und betrifft alle Bereiche der Holzernte und -vermarktung. „Das geht von der Planung der Holzernte bis zur richtigen Sortierung des geernteten Holzes. Unsere Waldhelfer beraten vor Ort“, betont der Obmann. „Großes Augenmerk legen wir auf das Thema finanzielle Sicherheit. Zahlungsausfälle der Holzabnehmer, wie sie einst Waldbauern immer wieder zu schaffen machten, sind in unserem System praktisch ausgeschlossen. Zudem hat der Waldbesitzer dank unseres digitalen Lieferscheins jederzeit Einblick in den Status seiner Holzlieferung sowie der aktuellen Verrechnung“, erklärt er. „Schon beim Beladen des Lkws macht der Fahrer ein digitales Foto der Fracht, das direkt an den Waldbesitzer geht und den exakten Bestand protokolliert.“ Auch darüber hinaus sorgt der vollständige elektronische Austausch zwischen allen Beteiligten – Waldbesitzer, Waldverband, Frächter und Sägewerk – für effiziente und sichere Prozesse. „Das Image der konservativen Waldbauernschaft ist längst überholt. Bei uns sind Laptop und Lederhose tatsächlich gelebte Realität“, grinst Paul Lang mit ansteckendem Optimismus.
Entscheidend ist auch das Know-how des Waldverbands beim Aufteilen der Holzsortimente. Schließlich gibt es mit der Sägeindustrie, der Papierindustrie sowie Biomasse-Heizwerken drei verschiedene Verwertungskanäle für Holz. Entsprechend groß ist die Herausforderung, die drei großen Rohstoffsortimente Rundholz, Industrieholz und Brennholz logistisch optimal zu bedienen sowie am Markt bestpreislich zu verwerten.
Aber auch jenseits von Holzverkauf und Logistik bietet der Waldverband seine Unterstützung an: vor allem rund die Themen Waldbewirtschaftung und Pflege. „Das reicht von der richtigen Pflanzenauswahl von Bäumchen, um den Wald zu verjüngen, bis zur Jungwuchspflege und der Beratung über notwendige Durchforstungen oder Wegesanierungen“, erklärt Lang.
„Holz liegt im Trend. Und der Holzhunger ist groß“, resümiert der Obmann. „Die Möglichkeiten, die der geniale Rohstoff Holz bietet, sind noch lange nicht ausgeschöpft. Bis in die Automotive- und die Luftfahrtindustrie reichen die Anwendungsgebiete der Zukunft“, ist Lang überzeugt. „Beim Bauen und Wohnen steigt die Nachfrage nach Holz ungebrochen, weil die Menschen in unserer technisierten Zeit große Sehnsucht nach Natürlichkeit haben. Mit dem Baustoff Holz holen Sie sich den Wald ins Wohnzimmer.“ Ein Aufwärtstrend, dem auch der Waldverband Rechnung tragen will. „Wir wollen weiterhin unseren Teil dazu beitragen, dass Holz in ausreichendem Maß zur Verfügung steht. Eine Aufgabe, die wir mit großer Begeisterung und Motivation angehen.“

Wald­verband Steiermark

Vermarktungs- und Inter­essensgemeinschaft steirischer Waldbauern. Mit rund einer Million Festmeter Holz pro Jahr größter Holzvermarkter Österreichs. Angebote: Holzvermarktung & Logistik, Waldbewirtschaftung & Pflege sowie Information, Beratung & Service 15.000 Mitglieder derzeit, Tendenz steigend.
www.waldverband-stmk.at

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