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Holzbau: Handwerk & Hightech

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„Holz ist längst ein Werkstoff der architektonischen Avantgarde.“ Oskar Beer, Innungsmeister Holzbau in der WK Steiermark

Vom Rustikalmaterial zum hippen Baustoff der Architekten: Die Karrierekurve für den nachwachsenden Rohstoff Holz zeigt steil nach oben. Holzbau-Innungsmeister Oskar Beer über einen gelungenen Imagewandel, einzigartige Holz-Vorzüge und die Chancen im Holzbau 4.0.

Text: Wolfgang Schober, Fotos: Georg Ott, Chris Zenz, beigestellt

Der Ort des Treffens war nicht zufällig gewählt. Im Freilichtmuseum Stübing traf sich die Fachgruppe des steirischen Holzbaus vor wenigen Wochen zum jährlichen Stelldichein und tagte damit inmitten eines faszinierenden Panoptikums historischer Holzbaulandschaften. Ein Ort, an dem sich nicht nur das Who-is-who des heimischen Holzbaus versammelte, sondern auch jahrhundertalte Tradition auf zukunftsgewandete Innovation traf. Holz – ein Baustoff auf dem Weg in die Moderne! Natürlich, nachhaltig und neuerdings auch architektonisch aufregend. „In den vergangenen Jahren hat Holz bei Architekten und Planern enorm an Attraktivität gewonnen“, freut sich Oskar Beer, Innungsmeister der Fachgruppe Holzbau in der Wirtschaftskammer Steiermark. „Holzbau ist längst nicht mehr rustikal-ländlich, sondern ist ein Werkstoff der architektonischen Avantgarde in der Stadt.“ Möglich gemacht wurde der Karrieresprung des Baustoffklassikers durch eine Hightech-Weiterentwicklung. Als kreuzverleimtes Brettsperrholz hat das Material besondere statische Eigenschaften, die einerseits den Vorfertigungsgrad erhöhen und andererseits markante architektonische Formen erlauben. „Ob auskragend, freischwebend oder mehrgeschoßig in die Höhe – Brettsperrholz hat die gestalterischen Möglichkeiten in der Architektur enorm erweitert und zum Aufschwung des Baustoffs enorm beigetragen“, erklärt Beer. Nichts scheint mehr unmöglich – wie zahlreiche spektakuläre Projekte im In- und Ausland beweisen. Hochhäuser in London oder ein geplanter 24-Geschossbau in Wien-Aspern: Architektur, die den Holzweg als neuen Königsweg sieht. Umso mehr freut sich Oskar Beer über den jüngsten Erfolg für die heimische Branche: der Installierung eines eigenen Lehrstuhls für Holzbau an der Fakultät für Architektur an der TU Graz. Dieser nimmt im Herbst 2017 seinen Betrieb auf. „Dadurch wird die nächste Generation junger Architekten bereits im Studium mit den Möglichkeiten des Holzbaus vertraut gemacht.“ Akademische Nachwuchsförderung im Zeichen des Holzes.

Ökologie, Klimaschutz & Raumklima

Gerade im urbanen Bereich schlagen die ökologischen und ökonomischen Vorteile mehrfach zu Buche. „Durch den hohen Vorfertigungsgrad und die wesentlich kürzeren Bauzeiten lassen sich die Kosten vor allem beim Bauen in der Stadt erheblich reduzieren“, betont Beer. Gleichzeitig warnt der Innungsmeister bei strengen Kostenrechnungen davor, Äpfel mit Birnen zu vergleichen. „Ein konventioneller Bau mit einfachem Vollwärmeschutz mag zwar in der Errichtung billiger sein, ist aber weder ökologisch, noch raumklimatisch noch von seiner Dämmqualität mit einem gut ausgeführten Holzbau vergleichbar.“
Allesamt Vorteile, die die Nachfrage nach Gebäuden in Holzbauweise über die Jahre stetig ansteigen ließen. „Seit 20 Jahren beobachten wir eine kontinuierliche Aufwärtsbewegung“, freut sich Oskar Beer, Geschäftsführer der Holzbaufirma Hirschböck in Hartberg. „Heutzutage müssen wir Häuselbauer meistens gar nicht mehr von den Vorteilen eines Holzbaus überzeugen – diese sind vielfach bekannt. Gerade die junge Generation kommt daher immer öfter aktiv auf Holzbaubetriebe zu“, ortet der Innungsmeister einen erfreulichen Bewusstseinswandel.

„An der Meister- prüfung sollte meines Erachtens keinesfalls gerüttelt werden.“ Oskar Beer, Innungsmeister Holzbau

Der stellenwert des Meisters

Mit diesem Wandel einher geht auch eine Änderung des Berufsbilds in der Branche. „Früher einmal war der Zimmerer ja fast nur für die Errichtung des Dachstuhls zuständig, heute sind wir vollwertige Bauunternehmen, die komplette Häuser errichten – sofern diese überwiegend in Holzbauweise ausgeführt sind.“ Decken, Wände und Böden aus Holz, Umbauten, Zubauten, Einfamilienhäuser und mehrgeschossige Gebäude – das Portfolio von Holzbaubetrieben ist umfassend.
Umso wichtiger sind profunde Kenntnisse und professionelles Holzbau-Know-how. „Die Qualität der Ausbildung ist entscheidend für unseren Beruf“, bricht Beer eine Lanze für das existierende Ausbildungssystem. „An der Meis­terprüfung ist meiner Ansicht nach nicht zu rütteln. Eine Öffnung des Gewerbes wäre der völlig falsche Weg. Nicht nur die Qualität würde leiden, auch das System der Lehrlingsausbildung wäre in Gefahr.“ Welchen Stellenwert der Meister-Titel hat, beweist auch eine persönliche Erfahrung des Innungsmeisters, der vor der Meisterprüfung das Diplomstudium des Bauingenieurwesens an der TU Graz abschloss: „Die Meisterprüfung mit ihrem geballten Wissensstoff war eine der schwersten Prüfungen meines Lebens. Wer sich Meis­ter nennen darf, trägt daher ein wahres Gütesiegel.“
Nachwuchsprobleme kennt die Branche derzeit in geringerem Ausmaß als viele andere Handwerksberufe. „Das liegt sicher auch am positiven Image von Holz und am Prestige, den der Beruf gerade in ländlicheren Regionen mit sich bringt. Die jungen Leute sind stolz darauf, mit einem sympathischen Material ganze Häuser bauen zu können.“

Holzbau 4.0

Vereinfachungen und Verschlankungen wünscht sich der Branchenvertreter hingegen im Bereich der Vorschriften und Regularien. „Statt angekündigter Entbürokratisierungen steigt der Verwaltungsaufwand Jahr für Jahr. Bei den Bauvorschriften wird jedes Mal noch ein Schäuferl drauf gelegt. Gleichzeitig wundert man sich, warum der soziale Wohnbau so viel kostet. Die Kostensteigerung beginnt nicht erst auf der Baustelle, sondern ist bereits im Gesetz festgelegt“, mahnt Oskar Beer.
Dagegenzuhalten versucht die Branche mit Optimierungen sowie der bereits genannten Vorfertigung, etwa im Bereich der Brettsperrholzplatten. Industriebetriebe wie Mayr-Melnhof aus Leoben oder KLH aus Katsch/Murau fertigen innovative Wand- und Deckenelemente bereits in Industriehallen vor, die von Holzbaubetrieben vor Ort maßgeschneidert eingebaut werden. „Aber es ist nicht so, dass die Industrie liefert und wir nur noch montieren. Bei aller Automatisierung ist für uns die handwerkliche Tätigkeit immer noch ein hohes und schützenswertes Gut, das wir entsprechend pflegen. Daher sehen wir die sogenannte Industrie 4.0 nicht als Gefahr, sondern als wichtige Unterstützung“, betont Beer. „Für die Qualität entscheidend ist das Handwerk. Und dieses werden wir niemals aufgeben.“ Die Handwerkskunst der Zimmereibetriebe bestaunen können Interessierte jedes zweite Jahr bei der Vergabe des „Holzbaupreises Steiermark“. In diesem Jahr ist es wieder soweit. Im Herbst werden wieder die schönsten Holzbauten der Steiermark prämiert werden.

Holzbau LandesInnung Steiermark

Die Zahl der Holzbaubetriebe in der Steiermark steigt seit Jahren konstant: Ende 2016 betrug die Anzahl der Mitgliedsbetriebe in der WK Steiermark 338. (Vergleich 2013: 305 Mitglieder). Innungsmeister ist Oskar Beer (Holzbau Hirschböck).
www.holzbau-stmk.at

 

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