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Architektur-Avantgarde

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Als ökologisch und behaglich galt der Baustoff Holz seit jeher. Jetzt wurde auch sein gestalterisches Potenzial erkannt, das visionäre Architekten vermehrt für eine markante Formensprache nutzen. Da sich dank hoher Vorfertigung auch die Kosten reduzieren, führt am „Baustoff des 21. Jahrhunderts“ tatsächlich kaum ein (Holz-)Weg vorbei. Ein Best-of steirischer Holzbau-Projekte.

Text: Wolfgang Schober, Fotos: pierer.net, Nussmüller, Martin Mathy, Oliver Wolf, Christian Leischner, Larry R. Williams, Sebastian Schels, Andreas Tischler, Perner, Paul Ott, beigestellt, Thomas Raggam, planorama ZT GmbH

 

Holz lebt und hat eine Seele. Alles, was tief wurzelt, kann sich beugen, treibt aus, bringt Blüten und Früchte hervor und erzeugt Samen für die Zukunft. Klingt pathetisch. Ist es aber nicht. Das ist die Architektur der Natur.“ Wenn die steirische Architektin Marleen Viereck über den Baustoff Holz spricht, mischt sich Poesie mit Pragmatismus. „In die Architektursprache übersetzt bedeutet Bauen mit Holz: Optimale Technologie, Verarbeitbarkeit und Ökologie. Daher liegt Holz im Trend der Zeit und gewinnt von Jahr zu Jahr Marktanteile. Und diese Entwicklung ist erst am Anfang“, ist Viereck überzeugt.
Nicht nur Projekte aus ihrer Feder belegen diesen Trend, immer mehr heimische Architekten sind von den Vorzügen des nachwachsenden Rohstoffs überzeugt. Und immer öfter gelingt es Planern, das gestalterische Potenzial von Holz auszuloten und in markante Bauwerke mit außergewöhnlicher Formensprache zu verdichten. Auch die Anerkennung der Fachwelt ist dem konstruktiven Holzbau zunehmend gewiss. So würdigte der Verein BauKultur Steiermark das Bürogebäude von Mayr-Melnhof Holz in Leoben zuletzt mit der Geramb Rose 2016. Und auch der Architekturpreis des Landes Steiermark zeichnete jüngst ein Architekturprojekt in Holzbauweise aus: das Pflegewohnheim Erika Horn des Grazer Architekten Dietger Wissounig. Neben allen ökologischen Vorzügen hält Wissounig auch ökonomische Gründe maßgeblich für den Trend zum Holz. „Wenn man den Lebenszyklus von Gebäuden betrachtet und die in der Planung immer wichtiger werdenden Entsorgungs- und Recyclingkosten berücksichtigt, gibt es nicht viel alternative Konkurrenz.“ Gleichzeitig räumt der Architekt ein: „Der Bausektor ist einer der meist umkämpften Märkte überhaupt mit Lobbys in die verschiedensten Richtungen. So können Fehlbeurteilungen und Falschaussagen hartnäckig standhalten und sind dann oft im kollektiven Bewusstsein verankert. Aber objektiv und fachlich betrachtet gibt es nicht viel, was der Holzbau nicht zu leisten vermag.“

„Die steirische Holzbau-Quote konnte in den letzten zehn Jahren von fünf auf über 30 Prozent angehoben werden. Ziel ist es, diesen Prozentsatz künftig weiter auszubauen.“ Hans Seitinger, LR für Land- & Forstwirtschaft


Die Liste der Argumente, die für den natürlichen Werkstoff sprechen, ist lang. Karlheinz Boiger von Hohensinn Architektur: „Holz ist enorm trag- und widerstandsfähig. Gerade für den Einsatz in mehrgeschossigen Gebäuden, ein Sektor bei dem wir im Holzbau großes Wachstum registrieren, eignen sich die heimischen Holzplattenwerkstoffe durch ihre besonderen statischen Eigenschaften hervorragend.“
„Holz ist leicht, isoliert gut, ist trocken zu montieren, aber das Beste ist: Holz ist der einzige Baustoff, der gut riecht“, betont Werner Nussmüller von Nussmüller Architekten. „Ob Schulen, Kindergärten, Holzboxen, Einkaufsmärkte, Sporthallen oder großvolumige Wohnbauten bis zu 20 Geschossen – rund um die Welt werden Bauwerke in Holz konstruiert. Holz in Verbindung mit großflächigen Gläsern ist gerade bei jungen Menschen en vogue.“
„Nachdem der historisch wichtigste Baustoff Holz im vergangenen Jahrhundert von Stahl und Beton zurückgedrängt wurde, erleben wir heute eine Renaissance und sehen wieder neue Chancen“, erklärt Karlheinz Boiger. „Dabei gelang Holz der Imagewandel weg vom Lederhosen-Charme hin zum Green Eco-High-tech-Material. Wir setzen Holz aber auch in Hybridbauwerken ein und kombinieren es mit anderen Baustoffen, um damit Bauablauf, Konstruktion und Kosten zu optimieren.“
Das Besondere am Baustoff Holz für den Grazer Architekten Martin Strobl liegt schließlich vor allem in seiner Vielseitigkeit. „Holz ist vielseitig einsetzbar: tragend, nichttragend, akustisch, dämmend, an Wand, Decke, Bode, Fassade oder Möbel. Es ist vielseitig in seiner Form, seinem Äußeren und seiner Haptik – ob rau, geschliffen, glatt oder beschichtet. Es ist vielseitig in seiner Wirkung – sinnlich warm, beruhigend und gesundheitsfördernd – und vielseitig und einfach in seiner Verarbeitung.“
Politische Rückendeckung erfahren die Holzbau-Initiativen durch den für Land- und Forstwirtschaft sowie Wohnbau zuständigen Landesrat Johann Seitinger. Dieser formulierte vor zehn Jahren die Zielvorgabe, die Holzbau-Quote im geförderten Wohnbau von damals fünf auf 25 Prozent zu erhöhen. Seitinger: „Umso mehr freue ich mich, dass wir sogar 30 Prozent erreichen konnten.“

www.nussmueller.at

www.hohensinn-architektur.at

www.viereck.at

www.architektur64.at

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