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Um den Arbeitskräftemangel im Tourismus in den Griff zu bekommen, müssen andere Hebel bewegt werden, sagt Wolfgang Riener vom Thermenland. Ein Gespräch über die neue Tourismusvision der Region.

Text: Daniela Müller, Wolfgang Wildner, Fotos: Foto Fischer, Thomas Luef

 

Das Thermenland Steiermark arbeitet derzeit an der Tourismusvision für 2030. Worum geht es?

Zunächst einmal: Das Thermenland besuchen pro Jahr drei Millionen ­Gäste, 9.500 Leute sind im Tourismus beschäftigt. Uns fehlen Fachkräfte. Und wir haben ein strukturelles Problem.

Nämlich?

Menschen, die am Land leben, pendeln zum Arbeiten aus, wenn sie nicht überhaupt in Städte ziehen, die Bevölkerung wird immer älter, die Dorfwirte und die sozialen Infrastrukturen verschwinden mehr und mehr. Aber das Problem haben andere Regionen auch.

Was wollen Sie anders machen?

Es stellt sich nicht nur die Frage, wie es gelingt, das schwindende Dorfleben wieder aufleben zu lassen. Wir brauchen Systeme, in denen sich auch die Einheimischen mit touristischen und kulturellen Einrichtungen auseinandersetzen können, Orte, an denen letztlich gemeinsame emotionale Bindungen und ein soziales Miteinander entstehen. Nur so können wir künftig den Lebensraum gestalten und die Arbeitsplätze absichern. Das ist für uns das Steirerherz, um das uns so viele beneiden, weswegen auch so viele Gäste zu uns kommen und das es in den Städten nicht mehr gibt.

Wie wollen Sie vorgehen?

Wir haben 1.400 Einladungen an all jene versendet, die zum Gedeihen der Region etwas beitragen können, und gebeten, sich wertschätzend an der Hand zu nehmen, über alle Branchen, Tätigkeitsbereiche und persönliche Befindlichkeiten hinweg. In Workshops werden Stärken der Region ermittelt, der Austausch ist sehr interdisziplinär, der Weinbauer sitzt streckenweise etwa mit dem Werber beisammen.

Ihre Vision sieht also vor, dass nicht einige Wenige die Tourismusregion Thermenland gestalten, sondern alle, bottom-up quasi?

Ja, weil es sich um Fragen dreht, die alle beschäftigen: Wie soll eine Region aussehen, in der man gerne lebt; hat eine Familie alles, um in der Region erfolgreich ihre Arbeit leisten zu können oder gibt es überhaupt attraktive Arbeitsplätze, Kinderbetreuung etc. Dazu müssen mehrere Verantwortungsträger an einen Tisch, Einwohner, die Gemeinde, die Wirtschaftskammer, bis hin zu Ministerien, um entsprechende Gesetze gießen zu können. Ich denke da an Mobilität: Man sollte beispielsweise Schülerbusse für andere Verwendungszwecke öffnen können, das ist derzeit noch nicht möglich.

Die Gemeinde ist in diesem Zusammen­hang also ein neuer großer Player?

Die Gemeinden haben eine essenzielle sinnstiftende Funktion. Wir brauchen die Kraft der Regionen auch, um die Jugend halten und gewinnen zu können – die im Übrigen in unserer Region eine unglaublich positive Kraft hat. Die Gemeinden sind die Kleinfamilien des Staates. Nur wenn es ihnen gelingt, die Lebensqualität abzusichern, wird unsere steirische Identität weiter bestehen bleiben.

Hans Spreitzhofer betreibt das Landhotel Spreitzhofer in St. Kathrein am Offenegg und ist Obmann der Fachgruppe Hotellerie in der Wirtschaftskammer Steiermark.

Kampf um Fachkräfte

„Die Bereitschaft, im Tourismus zu arbeiten, nimmt aus vielerlei Gründen leider ab, unter anderem führt die demografische Entwicklung dazu, dass immer weniger 15-Jährige „auf dem Markt“ sind. Um diese jungen Menschen findet ein enormer Wettbewerb statt, bei dem der Tourismus zwischen den Schulen, der Industrie und den großen Handelsbetrieben oft aufgerieben wird. Klar ist aber auch, dass die Lehre insgesamt einen schlechten Stellenwert hat und viele Eltern oft mit allen Mitteln versuchen, ihre Kinder in den Schulen zu halten. Dabei wird das duale Ausbildungssystem in Österreich von vielen EU-Ländern ausdrücklich gelobt. Außerdem: Wer jemals erlebt hat, wie sich Lehrlinge bei den diversen Wettbewerben freuen und welche tollen Leistungen dabei erbracht werden, der mag sich über das Imageproblem nur wundern. Wir werden weiter versuchen müssen – wie derzeit etwa mit unserer Kampagne „Job mit Aussicht“ (www.­jobmitaussicht.at) – unsere Aktivitäten in puncto Ausbildung zu bewerben, um wieder ausreichend Fachkräfte zu bekommen.“

Schwerpunkt Thema

Ab jetzt steht der "BUSINESS Monat" nun jedes Mal unter einem umfassenden Schwerpunkt-Thema. Im November: "History".

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