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Die TU Graz wirbt um junge Frauen



Angesichts der steigenden Nachfrage der Wirtschaft nach akademisch ausgebildeten Technikern versucht die Technische Universität Graz seit Längerem, junge Frauen für ein Technikstudium zu begeistern. Mit Erfolg: Der Anteil der Frauen an den Studierenden ist auf 23 Prozent gestiegen.

Text: Andreas Kolb, Fotos: Jasmin Schuller, Photoreport Helmut Lunghammer

 

Die Nachfrage nach Absolventen der Technischen Universität Graz steigt und steigt. Für Rektor Harald Kainz ist das einerseits erfreulich, „andererseits können wir den Markt schon gar nicht mehr bedienen“. Besonders in den Bereichen Informatik, Datenanalyse und Datenmanagement würden von der Wirtschaft händeringend Mitarbeiter gesucht. „Dabei geht es nicht nur um den obersten Ausbildungslevel, sondern um alle Qualifikationsstufen“, erläutert Kainz. Der Bedarf, schätzt der Rektor, werde sogar noch zunehmen. Schließlich durchdringe die Digitalisierung immer mehr Lebensbereiche. Um dem Technikermangel insgesamt entgegenzuwirken, wirbt die TU Graz seit Jahren um junge Frauen, die sich für die MINT-Fächer – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik – begeistern sollen. Immerhin 23 Prozent der insgesamt 13.000 Studierenden an der TU waren im Studienjahr 2015/16 Frauen. Bei den Studienanfängern waren es sogar 28 Prozent. „Wir wollen diese Zahl noch erhöhen, aber aus irgendeinem Grund ist bei der 30-Prozent-Marke immer Schluss“, erzählt der Rektor. Dabei haben Frauen auch in den technischen Studienrichtungen dieselben Erfolgsquoten wie Männer. Kainz: „Die Damen sind sogar etwas schneller fertig, weil sie meistens auch etwas fleißiger sind.“

Ferialjobs zum Schnuppern

Die TU Graz setzt bei ihrem Werben um Studentinnen relativ früh an. „Wir haben tolle Programme für AHS-Schülerinnen der sechsten oder siebenten Klasse. Wir bieten bezahlte Ferialjobs in verschiedenen Laboratorien der TU Graz an, damit die jungen Frauen die Materie kennenlernen können“, freut sich Kainz. Und das Schnupper-Angebot wirkt: Rund 80 Prozent der Schülerinnen, die die TU so von innen gesehen haben, beginnen später tatsächlich ein Studium an ihr. Und oft bringen die Damen sogar ihre Freundinnen mit. Auch intern fördert die TU gezielt Frauen. Mit dem dreijährigen Programm „Leading Women“ wurden Forscherinnen, die bereits an der TU Graz tätig waren, auf Führungsaufgaben vorbereitet. Unterstützt wurden sie dabei unter anderem von Mentorinnen wie Monika Kircher-Kohl oder Sabine Herlitschka und Kathryn List. Für Kainz war „Leading Women“ ein voller Erfolg: „Vor Beginn des Projekts waren nur acht Prozent der Forscherinnen in leitenden Funktionen des Universitätsmanagements tätig. Heute sind es 23 Prozent.“

Zu viele Studienabbrecher

Unzufrieden ist Kainz mit den doch relativ hohen Drop-out-Raten: „Wir verlieren fast 50 Prozent der Studienanfänger unterwegs.“ Zwar würden viele dieser Abbrecher in eine andere Studienrichtung wechseln, letztlich würde aber viel wertvolle Lebenszeit der jungen Menschen auf diese Weise verbraten, so der Rektor. Gegensteuern könne man, ist Kainz überzeugt. „Das sieht man zum Beispiel im Medizinstudium mit seiner strengen Aufnahmeprüfung. Dort würden fast
95 Prozent aller Studienanfänger das Studium auch wirklich erfolgreich beenden. Auch an der TU Graz gibt es Beispiele. So hat Architektur als einzige Studienrichtung an der TU eine Begrenzung der Zahl der Studienanfänger. „Wir sind dazu übergegangen, vor dem Aufnahmetest eine Registrierung und ein mehrseitiges Motivationsschreiben zu verlangen, wenn sich jemand für die Aufnahmeprüfung bewerben will. Oft setzen sich die jungen Menschen dann das erste Mal wirklich mit dem Studienfach auseinander und kommen vielleicht drauf, dass das doch nicht das Richtige für sie ist.“ Tatsächlich träfen dann so wenige Motivationsschreiben ein, dass eine Aufnahmeprüfung bislang gar nicht notwendig wurde.

Kurse für Maturanten

Eine weitere Herausforderung ist für die TU Graz das sehr unterschiedliche Wissensniveau der Maturanten, das durch die verschiedenen Formen der AHS-Oberstufe gegeben sei. „Wir bieten unmittelbar vor Beginn des ersten Semesters Schnellsiedekurse in Mathematik oder Physik an, um die nötigen Grundlagen für das Studium zu wiederholen“, schildert Kainz. „Wir müssen flexibel auf die unterschiedlichen Qualifikationsniveaus reagieren, unser Ziel ist es, die jungen Leute dort abzuholen, wo sie stehen.“

Was SORA-Forscher in ihrer Studie „Frauen und Mädchen in technischen Berufen“ vor rund fünf Jahren herausgefunden haben, ist noch heute aktuell. Demnach sind nur 12 % der Schüler in technisch gewerblichen Schulen Mädchen. Frauen arbeiten auch in technischen Berufen öfter Teilzeit als Männer (32 % der Frauen, 3 % der Männer), verdienen Vollzeit weniger als ihre männlichen Kollegen männlichen Kollegen und werden seltener Führungskraft als Männer
(6 % Frauen, 13 % Männer).

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