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Digital ganz normal


Künftig werden in jedem Job IT-Kenntnisse erforderlich sein. Die Digitalisierung wird Berufe verschwinden lassen, aber auch neue schaffen, sagt Manfred Brandner von bit media member of eee group. Er sieht für
die Steiermark eine große Chance, hier mitzumischen: als IT-Produzent. Wenn es nur mehr Personal gäbe.

Text: Daniela müller, Fotos: Thomas luef

 Wird die Digitalisierung eher Arbeitsplätze vernichten oder neue schaffen?

 Brandner: In manchen Branchen wird es zu einem Jobabbau kommen, doch insgesamt glaube ich, dass es dafür immer mehr hochspezialisierte Arbeitsprofile geben wird. Ich rechne damit, dass künftig die Zahl der Jobs eher gleich bleiben wird, aber dafür mehr Menschen auf den Arbeitsmarkt drängen werden.

Welche Jobs gehen Ihrer Meinung nach verloren?

Im Sektor Finanzdienst­leistung ging bereits rund ein Viertel der Jobs verloren, es hat sich zudem gezeigt, dass automatische Börsen erfolgreicher handeln als Menschen. Oder nehmen Sie die Immobilienbranche: Häuser können schon heute über Google View innen und außen online besichtigt werden. Im Handel finden sich Selbstbedienungskassen schon in vielen Filialen. Denkbar ist auch, dass einmal Roboter operieren oder diese die Pillen an Patienten verteilen. In absehbarer Zeit wird auch das autonome Taxi den Fahrer ersetzen.

Der Job der Zukunft?

Alles, was mit Data Mining zusammenhängt, also der Auswertung von Daten.

Was wird sich für Arbeitnehmer ändern?

Mittelfristig wird jeder Job digital sein, denken Sie nur an Sicherheit, Datenschutz oder an die Smart-Apps, die Haustechnik intelligent macht. Der Lagerarbeiter von morgen wird zwar kein Softwareentwickler sein müssen, aber er muss den digitalen Prozess verstehen können. Arbeitnehmer müssen künftig selbstständiger lernen, jederzeit und ortsungebunden, die Unternehmen müssen die Lehrinhalte bereitstellen. Die Automationsprozesse werden zunehmen, Learning on Demand ist das Stichwort, am Tablet, übers Mobiltelefon oder die Datenbrille.

Aus- und Weiterbildung wird dann sozusagen zur Holschuld?

Der Arbeitnehmer von morgen muss weniger wissen, wie beispielsweise ein Gerät funktioniert. Sondern, wo er zu Anwendungsfragen oder zur Fehlerbehebung nachsehen muss.
Mit Ihrem Unternehmen eee setzen Sie international Digitalisierungsprojekte um, unter anderem in Tadschikistan. Frech gefragt: Wie schneidet Österreich in puncto Digitalisierung gegen solche Länder ab?
Unter Bundesministerin Gehrer wurde im Schulwesen zwischen 2000 und 2004 sehr viel in die Digitalisierung investiert. Auch im Bereich e-government wurde viel initiiert. Dies führte dazu, dass Österreich in vielen Rankings immer als eines der Top-Länder rund um diese Bereiche angeführt wurde. Leider wurde dieses Investment später nicht mehr im gleichen Ausmaß weitergetrieben und damit hat sich natürlich auch unsere Positionierung auf maximal Mittelmaß verschlechtert.

Wohl nicht, weil es nicht mehr wichtig ist?

Dienstleister und produzierende Betriebe haben sich in puncto IT weiterhin stark entwickelt. Dennoch schreitet die Digitalisierung voran und es wird bald keine Jobs mehr geben, in denen man keine IT-Kenntnisse braucht. Es kommt noch ein anderer Aspekt dazu: Wir müssen vom IT-Konsumenten zu Produzenten werden. Die EU hat hier verabsäumt, Pflöcke einzuschlagen. Nur ein Beispiel: Amerika hat mit Google eine eigene Suchmaschine, China mit Alibaba. Was hat dagegen Europa? Würden wir Software und IT-Dienstleistungen selbst produzieren, bliebe auch die Wertschöpfung in der EU. Österreich hat zudem einen guten Namen und damit auch das Potenzial, mit digitalen Produkten international erfolgreich zu sein.

Wie sieht es mit IT-Nachwuchs aus?

Unsere ­Softwareentwickler kommen natürlich auch aus Österreich – aber wir finden nicht genug Personen hier, daher haben wir auch Entwicklungsstandorte im Kosovo und in der Ukraine. Die wenigen Absolventen in der Steiermark werden von den großen Betrieben geholt. Oder sie drängen nach Berlin oder in die USA, wo das Unternehmertum größer geschrieben ist als hier. Wir müssen den Brain-
drain in der IT stoppen und die Jugendlichen schon viel früher für IT begeistern. Das Paradoxe ist, dass junge Menschen zwar ständig mit ihren Smartphones hantieren, aber keinen Job haben wollen, bei dem sie den ganzen Tag vor einem Computer sitzen.

Das Land Steiermark steckt heuer 53 Millio­nen Euro in den Forschungs­schwerpunkt Digitalisierung. Sie biete für Klein- und Mittelbetriebe ein enormes Potenzial für wirtschaftliches Wachstum. Warum sollte ein KMU auf Digitalisierung setzen?

Nehmen Sie nur die Regulierungen seitens der EU her – Arbeitssicherheit, Compliance, Finanzgeschäfte –, aber auch den Ausbildungs- und Gesundheitsbereich. Da wird einiges an Digitalisierung auf uns zukommen. Die Großunternehmen sind da schon gut aufgestellt. Aber auch die Klein- und Kleinstunternehmen, etwa um den Automobilcluster, müssen etwa Regulierungskriterien erfüllen. Und das ist nur ein Aspekt.

„Österreich muss vom digitalen Konsumenten zum digitalen Produzenten werden!“ Manfred Brandner, CEO bit media-member of eee group

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