Online Ausgabe

Abonnement

Jahresabo
um € 20,00 

 

Schicken Sie eine E-Mail an:
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! , ein Fax an 0316/84 12 12-709 oder bestellen Sie telefonisch unter 0316/84 12 12-0.

Sonderprodukt

Sonderprodukt:
LUST AUF STEIERMARK


Die schönsten Seiten der Steiermark gibt's hier!

Work in Progress



Junge Menschen in Ausbildung, die in den Startlöchern zum Arbeitsleben stehen: Was sind die Vorstellungen, Erwartungen und Forderungen der Generation Y – und was sagen potenzielle Arbeitgeber dazu?
Der BUSINESS Monat hat nachgefragt.

Text: Elke Jauk-Offner, Fotos: Thomas Luef, David & Micha Sheldon, dms-images.com, Shutterstock

 

Erreichbarkeit vice versa

Victoria Uschan besucht derzeit die 4. Klasse der HAK Grazbachgasse in Graz mit dem Schwerpunkt: Entrepreneurship und Management. Um sich frühzeitig auf einen Bereich zu spezialisieren, absolviert sie den Freigegenstand: Eventmanagement. In diese Richtung soll auch das folgende Studium der politikinteressierten Schülerin gehen, die aktiv bei der Landesschülervertretung mitarbeiten will und bereits Schulsprecherin ist. Beruflich hegt sie unter anderem Interesse für die Finanzwelt, „daher werde ich meinen Ferialjob auch in einer Bank absolvieren“. Wie der ideale Arbeitsplatz aussieht? „Er sollte mir die Möglichkeit bieten, mich so entfalten zu können, dass ich meine Leistungen so gut wie möglich erbringen kann“, sagt Uschan. „Der Arbeitgeber sollte auf meine Bedürfnisse eingehen und ein offenes Ohr für mich haben. Mir ist wichtig, dass ich meine Arbeit so flexibel wie möglich gestalten kann.“ Uschan liegt viel an Freiheit im vorgegebenen Rahmen. „Sofern ich nicht im Urlaub bin, ist für mich auch ständige Erreichbarkeit völlig selbstverständlich. Einzig und alleine aus dem Grund, dass ich meinen Arbeitgeber auch erreichen möchte, wenn ich Probleme, Fragen und Anliegen habe. Meiner Meinung nach sollte ich von meinem Arbeitgeber gewisse Dinge erwarten können,, die er sich auch von mir wünscht.“

Martin Gölles, HYPO Steiermark
In Anbetracht der zukünftigen längeren Lebensarbeitszeit ist eine ausgeglichene Work-Life-Balance ein wesentliches Faktum für Motivation. Auch beim stationären Arbeiten fordern wir eine hohe Flexibilität, um den Ansprüchen und Erwartungen unserer Kunden gerecht werden zu können. Alle Seiten tragen das mit.

 

Limit vs. Effizienz

Philipp Lapornik hat den Bachelor in Betriebswirtschaft bereits in der Tasche. Jetzt absolviert er gerade ein Masterstudium im Bereich: Immobilienmanagement und Bewertung. „Finanzen haben mich schon immer interessiert. Ich wollte aber mit Werten zu tun haben, die angreifbar sind. Die Branche ist zukunftsträchtig.“ Für die Zukunft denkt er an Asset Management oder einen Job im Bauträgerbereich. Ein gutes Betriebsklima hält er für wesentlich, „ständige Unstimmigkeiten kosten einfach viel zu viel Energie“. Es beinhaltet einen gepflegten Umgangston, ehrliche Kommunikation und regelmäßiges Feedback von Seiten der Führungsriege. „Eine gute Führungskraft ist für mich kritikfähig und dazu bereit, Ideen der Mitarbeiter zuzulassen und umzusetzen.“ Die Work-Life-Balance soll stimmen: „Ständiger Einsatz am Limit hat nichts mehr mit Effizienz zu tun, weder für den einzelnen Menschen noch für das Unternehmen.“ Phasen des Drucks dürfen sein, sollen aber nicht zum Dauerzustand werden. Was einen, seiner Meinung nach, schon vor dem Berufseinstieg voranbringt? „Außeruniversitäres Engagement – ich bin in vielen Vereinen tätig, etwa im Finance Club und in der Wirtschaftspolitischen Akademie Steiermark, die ich gegründet habe. Netzwerkarbeit – ich war während des Studiums bislang vier Mal im Ausland. Und Interesse für viele Dinge – ich finde: Es gibt kein unnützes Wissen.“

Alexander Daum, ENW Wohn­bau­gruppe
Die Disziplinen innerhalb der Immobilienwirtschaft sind vielfältig und werden durch die Normenvielfalt stetig mehr und intensiver. Netzwerken ist wertvoll, entscheidender ist für mich die Möglichkeit, während der Ausbildung in möglichst viele Bereiche hineinzuschnuppern und seine Stärken und Schwächen zu erkennen.

 

Potenzial nützen

Lisa Janisch macht gerade ihren Meister im Lehrberuf Malerin und Beschichtungstechnikerin und hat jüngst bei der Berufs-EM in Schweden die Titel Europameisterin, „Best of Europe“ und „Best of Nation“ errungen. Nach der Matura in der HLW Weiz wollte sie sich eigentlich auf eine Bürotätigkeit fokussieren und Fremdsprachenkenntnisse vertiefen. Der Mitarbeit im Familienbetrieb erteilte sie anfangs eine klare Absage: „Matura machen und dann Farbkübel tragen, das wollte ich wirklich nicht.“ Ein spontanes Schnuppern hat jedoch von einem auf den anderen Tag gezeigt: „Das ist genau mein Ding. Die Abwechslung, die Kreativität, das Spiel mit den Farben, der Umgang mit den Kundinnen und Kunden.“ Die verkürzte Lehre unter den Fittichen von Vater und Großvater hat sie nun vollends überzeugt: „Ich war von Anfang an überall eingebunden. Es ist auch von mir erwartet worden, mich für jeden Bereich zu interessieren.“ Investition in eine gute Ausbildung und permanente Weiterbildung hält sie für besonders wichtig. Bereits bei den beruflichen Wettbewerben in Schweden waren ihr, die in der Schule erworbenen Fremdsprachenkenntnisse, von Nutzen. Den Wissensstand sukzessive zu erweitern, hält sie für unumgänglich. „Ansonsten kann man den Standard nicht halten und am Markt nicht bestehen, wenn man die Qualität nicht liefert, die von den Kundinnen und Kunden erwartet wird.“

Alois Feuchter, WK-Innungs­meister Maler
Das Interesse ist in unserer Branche durchwachsen. Wir stehen in steter Konkurrenz mit der Industrie und weiterbildenden Schulen. Fachkräfte sind aber begehrt, Handwerkskunst boomt, Verdienstmöglichkeiten sind weit über der KV-Entlohnung. Spezialisten unserer Schwerpunktlehre haben sehr gute Chancen im Berufsleben.

 

Flexibilität vorausgesetzt

Carina Resch absolviert die Lehre zur IT-Technikerin an der Karl-Franzens-Universität Graz und hat demnächst ihre Lehrabschlussprüfung. Nach dem Abbruch der HAK und der Geburt ihres heute fünfjährigen Kindes orientierte sie sich neu, verwarf Ideen wie eine Bäcker- und Schneiderlehre. „Ich wollte einen Job mit guten Zukunftschancen. Bereits in der Volksschule habe ich meinen ersten Computer-Kurs absolviert.“ Fragt man sie nach dem idealen Arbeitsplatz, so beteuert sie, ihn schon gefunden zu haben: „Einzelkämpfertum ist nicht meins. Mir ist Kollegialität wichtig, Zusammenhalt im Team.“ Und: „Das Gefühl, wirklich gebraucht beziehungsweise vermisst zu werden, wenn man einmal nicht da ist“, sagt Resch, die eine von 80 Mitarbeitern in der Uni-IT ist. Die gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie beruht auf einer flexiblen Zeiteinteilung, „ich denke, da geht es in der Privatwirtschaft wohl um einiges härter zu“. Ob mit Kind oder ohne, ob mit Kinderwunsch oder nicht – ungeachtet dessen sollten Frauen als vollwertige Mitarbeiterinnen gesehen werden, „ich bringe meine Leistung wie jeder andere auch“. Nach den intensiven Ausbildungsjahren will sie zurückstecken und maximal 25 bis 30 Stunden arbeiten, „ich habe noch genug Zeit, um Vollzeit zu arbeiten, jetzt möchte ich mehr für mein Kind da sein“, sagt Resch.

Gerald Kortschak, WK Sparten­obmann-Vize IC
Wir forcieren es, den Frauenanteil unter unseren IT-Lehrlingen zu erhöhen. Er steigt, es gibt aber noch Potenzial. Die Branche ist flexibel, weil IT-Dienstleister so Rufbereitschaft und Schichtzeiten abdecken können. Man muss Arbeitsmodelle bei Unternehmen aber auch einfordern und nicht nur den Status quo erdulden.

 

Bessere Rahmenbedingungen

Emanuel Maitz hat sich „aus Frust über die mangelnde Qualität“ in der Ausbildung zum Rettungssanitäter für das Medizinstudium entschieden, „das war mir viel zu oberflächlich gehalten“. Die ursprünglichen Pläne in Sachen BWL oder Produktionstechnik hat er verworfen. Mittlerweile befindet er sich im sechsten Semester, sein Interesse hat sich klar auf die Plastische Chirurgie fokussiert. Über die Pflichtpraktika hinaus investiert Maitz bereits einen immer größeren Teil seiner Freizeit, um in der Ambulanz oder im OP zu assistieren und sein Wissen zu vertiefen. Das rührt zum einen von seiner Begeisterung für das Fach, zum anderen auch daher, dass sich viele für dieses Gebiet interessieren. Das Um und Auf für ihn: Der Lehrwille der Ärzte, den er jetzt erfährt, der aber keine Selbstverständlichkeit sei. Einzig die Gehaltsaussichten schmälern seine positive Grundstimmung, „in der Basisausbildung nach dem Studium verdient man ungefähr so viel wie diplomiertes Kranken­pflegepersonal – und das nach einer derart langen Ausbildungszeit. Man muss sich das Einkommen durch Nacht- und Wochenenddienste aufbessern.“ So verwundert es Maitz kaum, dass so viele ausgebildeten Mediziner abwandern. „Stellen gäbe es ja eigentlich. Aber die Rahmenbedingungen müssen besser werden. Es geht auch darum, Österreich in der Forschung voranzubringen.“

Christina Grünauer-Leisenberger, KAGes
Die KAGes hat Rahmenbedingungen für junge Ärztinnen und Ärzte deutlich verbessert. Seit der Gehaltsreform 2015 halten wir dem Niveau anderer Länder Europas stand. Insbesondere wurde in Ausbildungsqualität investiert. Es gibt eine Ärzteservicestelle für die optimale Ausbildungswahl, an Fachabteilungen Ausbildungsoberärzte.

 

Verantwortung übernehmen

Mona Huber studiert Management internationaler Geschäftsprozesse an der FH Joanneum in Graz im letzten Semester des Bachelor Studiums. Im Rahmen des berufspraktischen Semesters war sie vier Monate lang als Regionalverkaufsleiterin bei einem Einzelhändler tätig. Nach dem Bachelor-Abschluss lautet der Plan, den berufsbegleitenden Sales Master am Campus 02 zu absolvieren und nebenbei als Teilzeitkraft in einem Unternehmen tätig zu sein. Danach will sie bereits Führungsaufgaben übernehmen – etwa im Bereich Human Resources, Projektleitung oder als Key Account Managerin. Aufstiegschancen sind für sie das A und O in einem Job. „Mein Arbeitgeber sollte mit mir klar definierte Ziele vereinbaren, um eine reibungslose Zusammenarbeit zu ermöglichen.“ Ideal erscheint ihr im Berufsalltag von Seiten der Vorgesetzten eine ausgewogene Mischung aus Lob und Härte, aber auch Humor. „Meetings könnten ruhig ein wenig lockerer und lustiger ablaufen, ohne freilich den Fokus zu verlieren.“ Bei Stellenausschreibungen schaut Mona Huber als Allererstes auf das Gehalt und die Möglichkeiten einer flexiblen Arbeitseinteilung – „gerade wenn ich an meine spätere Rolle der arbeitenden Mama denke“. Für eine gute Vereinbarkeit zwischen Beruf und Familie sollten Zeitfenster wie das Wochenende von der ständigen Erreichbarkeit – so gut es geht – ausgeschlossen sein.

Markus Mair, Styria Media Group
Die Ausbildungen an der FH sind praxisnah, wir haben gute Erfahrungen mit Absolventen gemacht – in Fachkarrieren und in der 2. und 3. Führungsebene. Die Vernetzung mit der Wirtschaft könnte noch intensiver sein. Ich habe eine Mentorenschaft übernommen – als „Captain“ an der FH Campus 02 – dies stellt eine gegenseitige Bereicherung dar.

Schwerpunkt Thema

Ab jetzt steht der "BUSINESS Monat" nun jedes Mal unter einem umfassenden Schwerpunkt-Thema. Im September: "Zukunft".

Partner

Ihr Partner für Webmarketing und -entwicklung, Netzwerklösungen, IT Security: