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Grüner Gewinn

Bewusster leben, bewusster investieren: Fonds für nachhaltige Investments verzeichnen einen deutlichen Zuwachs. Wie Ethik und Profit sich vertragen, was Sicherheit schafft und auf welche Felder steirische Finanzmarktexperten setzen.

Text: Elke Jauk-Offner, Fotos: Gernot Gleiss, Fotoatelier Moser/Gabi Moser, beigestellt, Shutterstock

Green Investments legen Jahr für Jahr zu. Finanzkrise und Umweltkatastrophen haben das Bewusstsein der Investoren geschärft, neben der Rendite gewinnt die ethische Komponente zusehends an Bedeutung. Das Gesamtvolumen in Österreich ist 2015 laut Marktbericht des Forums Nachhaltige Geldanlagen (FNG) im Vergleich zum vorangegangenen Jahr um 14 Prozent auf 10,7 Milliarden Euro gewachsen. Ziehen die Steirer da mit? „Innerhalb von zwei Jahren hat sich bei Raiffeisen Steiermark die Zahl der Fondssparverträge in Nachhaltigkeitsfonds verdreifacht. Sie sind auf dem Weg vom Nischenprodukt zum Player“, sagt Raiffeisen-Steiermark-Vorstandsdirektor Rainer Stelzer.

Transparenz

„Die Größenordnung in Relation zum Gesamtmarkt ist noch bescheiden, dennoch wächst sie kontinuierlich im zweistelligen Prozentbereich“, bestätigt Sieglinde Klapsch, Leiterin Private Banking Steiermärkische Sparkasse.

Die Sensibilisierungsarbeit läuft: „Die Resonanz der Anleger, die aktiv auf derartige Veranlagungsmöglichkeiten angesprochen werden, ist sehr positiv. Von Kundenseite kommen immer mehr Anfragen“, sagt Stefan Bardel, Bereichsleiter Privat- und Geschäftskunden in der Hypo Steiermark. „Insbesondere Vorsorgekassen haben schon früh nachhaltige Geldanlagen nachgefragt, Privatanleger zeigen selektiv Interesse, spielen in der Gesamtheit aber noch eine untergeordnete Rolle“, meint Gerhard Vollmann, CFP der Hypo Vorarlberg.

Ob eine Geldanlage als nachhaltig eingestuft wird, hängt nicht zuletzt vom Kunden ab. „Manchen reicht es, wenn besonders kontroverse Geschäftsfelder wie Atomkraft und Rüstungsgüter ausgeschlossen werden, für andere greift das viel zu kurz“, erklärt Bardel. Laut FNG-Bericht führen die Liste der Ausschlusskriterien in Österreich Waffen und Kernenergie an, gefolgt von Pornografie und Menschenrechtsverletzungen. „Wir verfolgen einen strengen Ansatz. Abgesehen von Ausschlusskriterien werden die Unternehmen in den Bereichen Umwelt und Soziales auf stark überdurchschnittliche Leistungen hin bewertet“, so Bardel. „Immer öfter ergänzen Anbieter ihr Produktportfolio um nachhaltige Anlagebausteine. Die Differenzierung ist dabei nicht immer ganz einfach. Es ist in jedem Fall ratsam, sich professionell beraten zu lassen“, betont Alfred Kordasch, Leiter der BKS-Bank-Direktion Steiermark.

Bei der Auswahl der nachhaltigen Geldanlage bieten Zertifikate wie das Österreichische Umweltzeichen eine Orientierungshilfe in diesem sensiblen Bereich, in dem Transparenz nicht nur als bloßes Schlagwort gefordert ist. „Zertifikate vereinfachen den Selektionsprozess, indem Kriterienkataloge erfüllt werden müssen, eine externe Prüfung stattfindet und laufend die Einhaltung der Anforderungen auditiert wird. Sie bürgen jedoch nicht für den wirtschaftlichen Erfolg einer Anlage“, so Vollmann.

Bei Renditen und Risiken unterscheiden sich Green Investments nicht wesentlich von herkömmlichen Anlagefonds.

 

Gewinnchancen

Bei allem guten Gewissen, dass man die Entwicklung für Mensch und Umwelt mit seinem Investment positiv beeinflussen kann: Wer Geld anlegt, der will auch einen Gewinn erzielen. Vertragen sich Ethik und Profit miteinander? „Nachhaltige Investments hatten lange den Ruf, geringere Renditen als traditionelle Finanzprodukte zu erzielen. Diese Theorie gilt mittlerweile als widerlegt“, konstatiert Stelzer. Die Renditen entsprechen Performance-Studien zufolge jenen klassischer Investments.

„Ein verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen stärkt das Unternehmen und erhöht langfristig dessen Absatzmöglichkeiten. Denn auch der Konsument ist bei seinen Kaufentscheidungen sensibilisiert“, so Kordasch. Die Strategie des Impact Investing meint, dass die Investments neben dem finanziellen Ertrag eine messbare soziale und ökolgische Wirkung entfalten. „Sogenannte Green Bonds sind relativ neu am Markt. Das sind Anleihen, deren Emissionserlös ausschließlich für die Finanzierung nachhaltiger Projekte verwendet wird“, so Kordasch.

Sicherheitsaspekt

Ob konservativ oder dynamisch – das Angebot der Bankhäuser ist für alle Anlegertypen breit gefächert. Nachhaltigkeitskriterien sind laut Klapsch auch ein Risikofilter: „Vor der Anlage erfolgt eine strenge Selektion anhand von Nachhaltigkeitseinschätzungen, Finanzindikatoren und Unternehmensstrategien.“ Investiert man ausschließlich in nachhaltige Themenfonds, sind die Ertragschancen, aber auch die Risiken aufgrund der Fokussierung auf eine Branche höher – das gilt aber auch für klassische Investments.
„Ich empfehle eine Investition in Qualität und Wert. Aktien von Qualitätsunternehmen rechtfertigen eine höhere Bewertung als Aktien durchschnittlicher Unternehmen. Daher halten wir auch viele Topunternehmen, speziell in Europa, für nicht überteuert“, sagt Klapsch.

Zukunftsträchtig

Der Gesundheitssektor, Umwelt- und Informationstechnologien sowie erneuerbare Energien sind Branchen, die die Experten für spannend halten. „Beim Thema Gesundheit geht es um eine immer älter werdende Gesellschaft und damit steigende medizinische Ausgaben“, sagt Heimo Haidmayer, Landesdirektor der Schoellerbank. „Daneben setzen wir verstärkt auf IT-Aktien. Dieser Sektor sorgt fast kontinuierlich für gute Quartalszahlen und steigende Kurse. Die Geschäftsmodelle vieler IT-Unternehmen sind durch wiederkehrende Einnahmen wesentlich stabiler als in Zeiten der New Economy.“

 

„Wir setzen verstärkt auch auf IT-Aktien. Der Sektor sorgt für steigende Kurse.“

 

Heimo Haidmayer, Schoellerbank

 

„Seriöse Siegel bieten bei der Auswahl eine gute Orientierung.“

 

Rainer Stelzer, RAIFFEISEN LANDESBANK

 

„Wir raten eher von Einzelinvest-ments ab, auch wenn ein Geheimtipp lockt.“


Gerhard Vollmann, HYPO VORARLBERG

 

„Investieren Sie doch in einen der Megatrends der Zukunft: Wasser.“


Sieglinde Klapsch, STEIERMÄRKISCHE SPARKASSE

 

„Spannend sind der Gesundheits-sektor und neue Technologien.“


Alfred Kordasch, BKS BANK

 

„Ich empfehle Kunden eine sehr breite Streuung im nachhaltigen Anlagefonds.“

 

Stefan Bardel, HYPO STEIERMARK

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