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Elisabeth ist eine flotte Alleskönnerin

Ihr voller Name ist Elisabeth. Liebevoll wird sie ELI gerufen. Und sie kann – entsprechend ausgerüstet – fast alles. Vor allem aber hat sie das Zeug dazu, die E-Mobilität im Sektor Nutzfahrzeuge zu revolutionieren. Im weststeirischen Stallhofen werden bei der SFL Technologies GmbH von Johann Höllwart seit kurzer Zeit bis zu vier ELI pro Tag produziert.

Text: Andreas Kolb, Fotos: Thomas Luef

Begonnen hat die Entwicklung von ELI eigentlich schon 2009, als erste Schritte an der Technischen Universität Wien unternommen wurden“, erinnert sich Höllwart. „Wir sind dann im Frühjahr 2011 in das Projekt eingestiegen.“ Das Vorhaben scheiterte letztlich an anderen Projektpartnern und 2012 übernahm SFL die alleinige Verantwortung für die Entwicklung. „2013 haben wir dann einen Prototyp bei Forum Alpbach präsentiert, 2016 fand der offizielle Rollout statt“, schildert Höllwart.

Das Ergebnis der langen Entwicklungszeit kann sich sehen lassen: ELI, 1.500 Kilogramm schwer, kann rund eine Tonne Nutzlast aufnehmen, zusätzlich einen Anhänger bis 725 Kilogramm Gewicht ziehen, ist bis zu 65 km/h schnell und hat eine Reichweite von 110 Kilometern. „Das ist für den Einsatz im urbanen Raum absolut ausreichend“, versichert der SFL-Chef. Aufgeladen wird ELI im Schnelllademodus in 2,5 Stunden, im Normalmodus dauert der Ladevorgang für die Lithium-Ionen-Batterien 6,5 Stunden.

Johann Höllwart ist sichtlich stolz auf seine neuen ELI, die erst seit wenigen Tagen vom Band rollen. Er ist ein Visionär in Sachen Elektromobilität. In seinem Unternehmen SFL Technologies hat er das zukunftsweisende Nutzfahrzeugkonzept ELI entwickelt. Die Fahrzeuge werden in Stallhofen zusammengebaut.

 

Nach Tochter benannt

Elisabeth – „ich habe das Fahrzeug nach meiner Tochter benannt“, schmunzelt Höllwart – entpuppt sich dabei als wahre Alleskönnerin. Ob als normaler Pritschenwagen oder als kleiner Kühl-Lkw, ob Spezialgerät für die Grünraumpflege, das gleich die Gartengeräte mit Strom versorgt, oder als Beregnungsfahrzeug, ob als Salzstreuer und Schneeräumer oder als Müllentsorger, ELI macht in jeder Rolle eine gute Figur. Für unwegsames Gelände oder den Einsatz auf Schipisten gibt es Elisabeth sogar mit vier kleinen Raupen statt Rädern. ELI ist grundsätzlich allradbetrieben, für besondere Manövrierfähigkeit ist der Zweisitzer auch in einer allradgelenkten Version verfügbar.

Die ELI gibt es sogar mit Raupenantrieb für unwegsames Gelände.

Module für alles

Das alles ist modular aufgebaut. „Wir haben bei der Entwicklung großen Wert auf diese Bauweise gelegt“, erzählt Höllwart. Selbst der Raupenantrieb ist schnell gegen Räder austauschbar. Die Modulbauweise ist auch auf die Zukunft ausgelegt: So kann das Batteriepack verkleinert und ein Wasserstoff-Brennstoffzellen-Antrieb eingebaut werden. Dieser soll übrigens ab 2019 verfügbar sein.

Zielgruppe für ELI sind neben Kommunen auch Einsatzorganisationen wie Rettung oder Feuerwehr – an entsprechenden Aufbauten wird gearbeitet –, Abfallentsorger, aber auch die Industrie, die das Elektrofahrzeug zum Beispiel in Hallen einsetzen kann. Erste Kunden gibt es bereits – neben einigen österreichischen Gemeinden die SMB Industrieanlagenbau in Hart bei Graz, die ihre ELI bei Montagearbeiten in Industriebauten nutzt.

Das Cockpit ist funktionell gestaltet.

 

Nicht nur Vermietung

Von der ursprünglichen Idee, ELI nur zu vermieten, ist Höllwart inzwischen wieder abgekommen. „Das funktioniert bei vielen Kommunen aus budgettechnischen Gründen nicht so einfach. Also verkaufen wir ELI auch.“

Gefertigt wird das flotte Arbeitspferd in Stallhofen, auch wenn einzelne Teile in anderen SFL-Werken gefertigt oder zugekauft werden. „Wir versuchen aber, so viel wie möglich selbst zu machen“, betont Höllwart. So werden zum Beispiel die Kabelbäume in Stallhofen angefertigt, von Menschen, die davor in anderen Berufen tätig waren. „Wir versuchen, ein Hightechprodukt so zu entwerfen und zu bauen, dass wir die gesamte Bandbreite der Gesellschaft damit beschäftigen können. Wir stehen zu dieser Gesamtverantwortung.“ In der ELI-Entwicklung und -Fertigung sind rund 40 Mitarbeiter beschäftigt.

Solarstrom wird schon bald Wasserstoff für die ELI erzeugen.

 

Für Zukunft gerüstet

Die SFL-Zentrale in Stall­hofen ist bereits jetzt für mögliche weitere Entwicklungen in der ELI-Technologie gerüstet, was der visionären Einstellung Höllwarts – er realisiert derzeit auch den Science Tower in Graz – geschuldet ist. Die Energieversorgung erfolgt über Photovoltaikanlagen auf den Hallendächern, mit Solarthermie wird ein Erdspeicher mit einem Volumen von einer Million Kubikmeter im Sommer aufgeheizt, aus dem im Winter dann mittels Wärmepumpe Heizenergie bezogen wird. Gebrauchte Batterien werden als Energiespeicher genutzt, ab dem nächsten Jahr soll dann überschüssiger Solarstrom zur Erzeugung von Wasserstoff genutzt werden. „Das ist ein wichtiger Schritt hin zu einer dezentralen E­nergieversorgung“, ist Höllwart überzeugt.

Ein Einsatzgebiet für ELI ist die Müllabfuhr.

 

Der Unterbau ist immer gleich, der Verwendungszweck vielfältig.

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Ab jetzt steht der "BUSINESS Monat" nun jedes Mal unter einem umfassenden Schwerpunkt-Thema. Im November: "History".

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