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Wärme aus der Hütte

Stadt und Industrie sollten im 21. Jahrhundert nicht als Gegensätze wahrgenommen werden“, sagt Markus Ritter, Inhaber der Grazer Marienhütte. In diesem Stahlwerk mitten in der Stadt wurde die Produktion konsequent nach den höchsten Umweltstandards ausgerichtet. Und nebenbei versorgt das Werk die Stadt Graz mit Wärme.

Text: Wolfgang Wildner, Foto: Daniela Jakob

 

Derzeit bereitet Markus Ritter, der geschäftsführende Gesellschafter des in Familienbesitz stehenden Betonstahlherstellers, seine „Hütte“ auf den in der Nachbarschaft entstehenden Stadtteil Graz-Reininghaus vor. Rund 8 Millionen Euro lässt sich der Unternehmer eine neue Entstaubungsanlage kosten. „Wir setzen dabei ganz bewusst auf die allerneueste und effizienteste Technologie, das Beste, was man derzeit bekommen kann“, erläutert Ritter. Ein Zugeständnis an die immer näher rückende städtische Wohnbebauung, aber, wie er betont, auch eine klare Ansage, „dass wir uns hier nicht vertreiben lassen.“ Wir – das sind nicht nur Markus Ritter und seine Familie, sondern zurzeit 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die das Werk rund um die Uhr in Betrieb halten. Schon bisher durfte das Stahlwerk als eines der effizientesten und nachhaltigsten seiner Zunft gelten. Die kontinuierlichen Modernisierungsschritte galten gleichermaßen überlebenswichtigen Effizienz- und Produktionssteigerungen wie der stetigen Verbesserung der Nachhaltigkeits-, Emissions- und CO2-Bilanz. Als eines der ersten europäischen Stahlwerke erhielt die Marienhütte dafür nach aufwendigen Audits die „SustSteel“-Zertifizierung für besonders nachhaltige Stahlproduktion.

Wärmeauskoppelung

Zu Recyclingstahl verarbeitet wird ausschließlich Schrott, der zur Gänze per Bahn herbeigeschafft wird. Das Ziel, dass alles, was in das Werk gelangt, dieses als Produkt verlässt oder in einem geschlossenen Kreislauf wiederverwendet wird, sei, so Ritter, mittlerweile tatsächlich zu annähernd 100 Prozent erreicht. Auch das zur Kühlung benötigte Wasser wird zu 100 Prozent kreislaufgeführt. Aus diesem Zyklus wird Wärme ausgekoppelt und zur Fernwärmeversorgung an die Energie Graz geliefert. Gut 100 Gigawattstunden (GWh) pro Jahr können derzeit zur Verfügung gestellt werden. Damit, so Ritter, sei sein Unternehmen einer der bedeutendsten „Einspeiser“ in das Grazer Fernwärmenetz. Und das zu einem ausgesprochen günstigen Tarif. „Wir wollen daran nichts verdienen.“

Niedertemperatur

In Zukunft wird die Marienhütte auch den neuen Grazer Stadtteil Reininghaus mit Wärme beliefern. Das Motto für dieses Engagement: „Die Marienhütte ist nicht das Problem, sondern Teil der Lösung.“ Durch die räumliche Nähe zum Abnehmer kann die Beheizung besonders effizient direkt aus Niedertemperaturwärme erfolgen, die Energie für die zusätzlich erforderliche Wärmepumpe kommt aus Photovoltaik. Regionale Wertschöpfung inkl. Arbeitsplätze und Kommunalsteuer für Graz, Wärme für die Grazer Haushalte und das Vorzeigeviertel Reininghaus, dringend benötigter Bewehrungsstahl für die wachsenden Städte (auch Graz ist eine); und das alles aus einem möglicherweise in dieser Umgebung exotischen, aber nach dem Stand der Technik emissionslos in das urbane Setting eingebetteten Stahlwerk. Eigentlich eine multiple Win-win-Situation. Nachdenklich macht Markus Ritter und andere Arbeitgeber in der Nachbarschaft allerdings der Umstand, dass allem Anschein nach die Wohnbebauung nun doch über die eben noch für vernünftig erkannte Abstandsgrenze unmittelbar an die Produktionsbetriebe herangeführt wird. Unschwer auszurechnen, wer da im Falle des Falles das Bummerl zugespielt bekäme.

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