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Ideen für die Welt

Maximilian Seidel hat im Vorjahr die Seidel Electronics GmbH in Deutschlandsberg verkauft. Nun hilft er als Business Angel jungen Unternehmen, ihre Ideen zur Marktreife zu führen. Zwei davon sind für den Fast Forward Award nominiert.

Text: Daniela Müller, Fotos: Thomas Luef

 

Für seine Pieps GmbH, Hersteller von Lawinensuchgeräten und Zubehör, hat Maximilian Seidel vor fünf Jahren ein „New Good Home“ gefunden. Mit seiner 2015 gegründeten Situlus Holding hilft er nun vornehmlich technologieorientierten Start-ups, ihre Geschäftsidee zur Marktreife und in weiterer Folge zu Umsatz und Gewinn zu führen. Der nunmehrige Business Angel Maximilian Seidel profitiert dabei nicht nur von seinen bisherigen unternehmerischen Tätigkeiten. Es war eine Familienentscheidung, dass nach der Veräußerung der in Deutschlandsberg ansässigen Seidel Electronics im Vorjahr unternehmerisch weitergearbeitet werden soll.
Die Firmengeschichte der Seidels hat ihren Ursprung in Düsseldorf. Seidels Großvater betrieb dort ein Unternehmen für Antriebs- und Automationstechnik, am Standort wurde nur entwickelt und vertrieben. Der Vater kaufte aus der insolventen Assmann-Gruppe die Elektronikfertigung des Unternehmens Atronic heraus, um in der 1993 gegründeten Seidel Electronics GmbH den Fertigungsanteil abzudecken. In diesem Asset waren einige Patente und Lizenzen, unter anderem für ein Lawinensuchgerät. Seidel nahm dies 2006 zur Grundlage für sein erstes Start-up, die Pieps GmbH.


Sechs Beteiligungen

2012 hat man sich entschlossen, das Unternehmen an den US-amerikanischen Outdoor­ausrüster Black Diamond zu verkaufen. Im Vorjahr wurde die Seidel Electronics in Deutschlandsberg mit einem Umsatzvolumen von zuletzt 90 Mio. Euro verkauft. Seither hält Maximilian Seidel als Business Angel seine Augen nach neuen Geschäftsideen und Beteiligungsmöglichkeiten offen.
Sechs junge Unternehmen hat er mittlerweile in seinem Portfolio. Er steigt schon in frühen Phasen ein und nutzt Synergien aus seinem alten Netzwerk. Den Start-ups nimmt er unter anderem ab, was nicht eigentlicher Bestandteil dessen ist, was sie tun wollen: administrative Tätigkeiten, Businessplan, das Durchforsten von Fördermöglichkeiten. „In das operative Geschäft mischen wir uns aber nicht ein“, betont Seidel, einmal pro Quartal tausche man sich aus. Nach etwa drei Jahren werde Zwischenbilanz gezogen. Vom Portfolio her sieht er sich in der „Halbzeit“ – sechs Beteiligungen könnte er noch qualitativ gut betreuen.

„Es macht Freude, früh in die Produkt­entwicklung ­eingebunden zu sein.“ Maximilian Seidl, Business Angel

Zwei seiner „Schützlinge“ sind für den Fast Forward Award nominiert: Die All4Groups System GmbH, Anbieter von Audiogeräten für die Gruppentouristik, und T-Matix. Das Start-up bietet im Bereich Industrie 4.0 bzw. Internet der Dinge Lösungen, um über Drag and Drop ohne Programmierkenntnisse eigene IT-Anwendungen zu erstellen. T-Matix warf zuletzt 500.000 Euro Umsatz ab, heuer wird er sich vermutlich verfünffachen. Die Mitarbeiterzahl habe sich von drei zu Beginn auf 44 erhöht, erklärt Seidel, eine Hälfte in Deutschlandsberg, die andere in Kroatien, wohin man in Anbetracht der fehlenden IT-Fachkräfte ausweichen musste.


Idealerweise im Team

Schon sein Vater glaubte an das kreative Potenzial seiner Mitarbeiter; Maximilian Seidel, der mit dem in Tirol lebenden Vater in täglichem Kontakt steht, geht dessen Weg weiter. Doch wie beurteilt er die Marktchancen der von den Start-ups vorgebrachten Ideen? „Es bietet sich die profane Frage an: ,Warum hat die Welt auf Sie und Ihre Idee gewartet‘.“ Seiner Erfahrung nach braucht es beides: eine Idee und eine entsprechende Unternehmerpersönlichkeit; im Idealfall ein Team, das alles abdeckt. Nicht in Beteiligung tritt er, wenn er keinen Mehrwert bieten kann. An den Start-ups hält er Minderheitenbeteiligungen zwischen 25 und 49 Prozent, die Investments betragen zwischen 300.000 und 2 Mio. Euro. Über den mitunter gehörten Vorwurf, warum er die Seidel Electronics ausgerechnet an einen asiatischen Konzern verkauft habe, äußert er: „Die Arbeitsplätze sind bestehen geblieben. Und nun helfe ich, neue zu schaffen.“ 

 

Maximilian Seidel hat unternehmerisch die Seiten gewechselt, vom Manager zum Macher. In seiner Beteiligungsfirma Situlus Holding hält er Ausschau nach guten Geschäftsideen. Die Innovationen kommen nicht immer von jungen Hochschulabgängern. Es seien auch langjährige Arbeitnehmer dabei, die eine gute Geschäftsidee endlich umsetzen wollen.

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Ab jetzt steht der "BUSINESS Monat" nun jedes Mal unter einem umfassenden Schwerpunkt-Thema. Im September: "Zukunft".

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