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Klostergeist mit Bodenhaftung

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Stia-Geschäftsführer Ewald Fuchs mit Gerhard Eckhart, Geschäftsführer der Produktion: An die 50.000 Kubikmeter Holz werden pro Jahr verarbeitet.

Wirtschaftliche Erfordernisse versus geistige Interessen: Als Industriebetrieb im Eigentum von Stift Admont hat die Stia Holzindustrie, kurz STIA, einen Spagat zu bewältigen. Jetzt werden Investitionen im großen Rahmen getätigt. Und man liebäugelt mit neuen Arbeitsfeldern. Der Stiftsgedanke ist omnipräsent: Die lange Sicht geht vor.

Text: Elke Jauk-Offner, Fotos: Thomas Luef, Erika Mayer, Steiermark Tourismus/Ernst Reichenfelser

 

In einem weiten Talbecken des Ennstales liegt idyllisch Admont. Imposant erhebt sich die Kirche des Benediktinerstiftes, das die größte Klosterbibliothek der Welt beherbergt, über die 5.000-Seelen-Gemeinde. Stift Admont ist mit dem Gründungsjahr 1074 nicht nur das älteste bestehende Kloster der Steiermark, es beschäftigt auch rund 500 Mitarbeiter in Wirtschaftsbetrieben – darunter Energieversorger Envesta und Immobiliendienstleister Stia Immo.
Als viertgrößter Forstbetrieb Österreichs mit einem Waldbesitz von rund 17.000 Hektar steht der Rohstoff Holz im Kloster-Konzern deutlich im Fokus und macht das Admonter Stift auch zum wichtigen Arbeitgeber in der Region. Größtes Tochterunternehmen des Stifts und zugleich mitarbeiterstärkster Betrieb im Ort ist die Stia Holzindustrie GmbH, kurz STIA. Sie wurde 1972 gegründet und zählt derzeit 290 Mitarbeiter, Tendenz steigend. Von der Grundidee, Bretter aus dem damaligen Sägewerk industriell weiterzuverarbeiten, hat sich der Betrieb vom Schalungsplattenerzeuger sukzessive zu einem Spezialisten für Böden, Platten und Stiegenlösungen aus Naturholz weiterentwickelt. Der Markenname „Admonter“ kommt nicht von ungefähr: „Früher hieß es einfach, wenn unsere Verkäufer zu Kunden gingen: Die Admonter kommen“, erzählt Geschäftsführer Ewald Fuchs.
investitionen


Mit hochwertigen Landhausdielen ist die STIA heute weltweit vertreten – von den USA und Mexiko über Vorder- und Zentralasien bis nach Japan. „Wir agieren dort, wo es ein Verständnis für das hochwertige Produkt gibt.“ Die Exportquote liegt bei mehr als 70 Prozent und birgt durchaus Herausforderungen, „vor allem, wenn politische Unruhen den Markt erschüttern und wir über Nacht Währungsprobleme bekommen. Russland beispielsweise hat geboomt und ist innerhalb weniger Monate zusammengebrochen, das sind die Risiken eines Exportmarktes“. Massive Auswirkungen hatte die Wirtschaftskrise, „2008 war ein Umsatzrückgang von 25 Prozent die Folge, vor allem die USA und Spanien waren stark vertreten“, so Fuchs. Derzeit habe der Markt wieder richtig Dynamik. Deshalb hat man einiges vor: Investitionen von rund zehn Millionen Euro ermöglichen es künftig, mehr, effizienter und flexibler zu produzieren. „Maschinenkapazitäten werden erhöht, neue Gerätschaften angeschafft“, so Fuchs. Für heuer werden 57 Millionen Euro Umsatz erwartet, 70 Millionen Euro sind das Zukunftsziel. Ist „Industrie 4.0“ schon in Admont angekommen? „Wir sind da sicher keine Vorreiter, der Digitalisierungsgrad ist nicht sehr hoch. Aber wir versuchen schon, unsere Mitarbeiter auf das Thema einzuschwören“, sagt Gerhard Eckhart, Geschäftsführer der Produktion. „Veränderungsprozesse finden bei uns immer langsamer statt.“ Sicherheit und Stabilität sind Stichworte, die oft fallen. Das rührt nicht zuletzt vom langfristigen Denken der Mönche des Benediktinerstiftes mit seiner fast 1.000-jährigen Geschichte.


STIFTSGEDANKE

„Diese lange Sicht hilft uns insofern, als der Eigentümer nicht auf kurzfristigen Gewinn aus ist, sondern eben Investitionen tätigt, um das Unternehmen abzusichern“, sagt Fuchs. Aber prallen nicht wirtschaftliche Notwendigkeiten öfter einmal auf geistige Interessen? „Schon, wir sind manchmal gezwungen, schneller zu denken, als es dem Eigentümer bewusst ist. Denn die Geschwindigkeit in der Wirtschaft ist hoch, wir müssen uns tagtäglich dem Wettbewerb stellen, da schützen auch keine Stiftsmauern.“ 50.000 Kubikmeter Rohmaterial werden jährlich verarbeitet, 8.000 bis 9.000 Quadratmeter Platten für Fußböden täglich produziert. „Holz ist ein nachwachsender Rohstoff und hat damit großes Potenzial, wir liegen da voll im Trend.“ Die ersten Produkte waren rein aus Nadelholz gefertigt, seit Anfang der 90er-Jahre arbeitet man auch mit allen europäischen Laubhölzern, „das ist notwendig, wenn man im Fußbodenbereich bestehen will“, sagt Fuchs. Der stiftische Forst verkauft sein Rundholz allerdings am freien Markt, nur durch Zufall kommt stiftisches Holz wieder zur STIA zurück.


Altholzspezialist

Was den Werkstoff in seiner Optik und Struktur einzigartig macht, ist zugleich eine Herausforderung: „Es gibt keine zwei Bretter, die gleich sind. Wir kämpfen jeden Tag um Ausbeute, denn es soll möglichst kein Abfall entstehen. Unsere Mitarbeiter müssen die Qualität einschätzen: Was ist noch verkaufbar, was muss einer anderen Verwertung zugeführt werden? Da geht es um jeden Quadratmeter. Alles muss in Einklang mit schnellen Lieferzeiten und einer rationellen Fertigung stehen“, sagt Eckhart. Eiche und Lärche sind wichtige Hölzer in der Produktion. Die STIA ist auch Spezialist in der Verarbeitung von Altholz, das von einem Tochterunternehmen vor allem für alpine Hotels für Möbel, Wandverkleidungen und den Außenbereich aufbereitet wird. Mit ein Grund, warum man auch ein bisschen mit der Herstellung von Möbeln liebäugelt. „Aber das ist noch ein weiter Weg, es geht um Fragen des Designs, der Verarbeitung und des Produktionsortes“, so Fuchs. Keine Schnellschüsse gebe es auch bei der Einstellung von Mitarbeitern. „Der Kampf um Fachkräfte ist hier in der Region voll entbrannt. Zwei Vorarbeiter zu finden, ist beispielsweise sehr aufwendig“, spricht Eckhart die aktuellen Herausforderungen an, „aber wir suchen unsere Leute sehr genau aus. Ehrlichkeit ist ein hoher Wert und geht uns über alles“. Die Arbeitsgemeinschaft in der STIA soll Stabilität aufweisen. Der Stiftsgedanke ist omnipräsent, Kündigungen sind da nicht gerne gesehen.

 

STIA Holzindustrie GMBH

Die Stift Admont Holzindustrie, kurz STIA, wurde 1972 mit 13 Mitarbeitern gegründet. Man begann mit der Erzeugung von Betonschalungsplatten, 1978 wurde die Naturholzplatte entwickelt. 2006 überholten Produkte aus Laubholz jene aus Nadelholz. Akustikplatten ergänzen als jüngstes Produkt seit 2015 das Sortiment.

www.admonter.at • www.stiftadmont.at

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