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Daniela Müller (Business Monat) diskutiert mit Siegfried Prinz, Oliver Kröpfl, Maria Gaberszik und Georg Hirsch.

Was außer einer schönen Bilanz macht Erfolg aus? Was tun mit schwierigen Entscheidungen? Wie hat sich Unternehmersein in den letzten Jahren geändert? Siegfried Prinz (Betriebseinrichtungen Prinz), Oliver Kröpfl (Steiermärkische Sparkasse), Maria Gaberszik (Ford Gaberszik) und Georg Hirsch (Wolf Plastics) erzählen aus ihrem Alltag in ihren steirischen Traditionsunternehmen.

Text: Daniela Müller, Fotos: Marija Kanizaj

 


Maria Gaberszik erzählt im Vorfeld der Diskussion eine lus­tige Geschichte: Eine ihr unbekannte Person bezeichnet auf einer Internetplattform ihren Kfz-Betrieb als „letztklassige Kebap-Bude“. Die beherzte Unternehmerin greift zum Hörer, ruft den Beschwerdeführer an und sagt: „Hier ist die letztklassige Kebap-Bude. Was hat Sie so geärgert?“ Viele Unternehmer haben Geschichten wie diese zu erzählen. Sie zeigen, dass es neben der Bilanz andere Aspekte gibt, die das Unternehmersein spannend und abwechslungsreich machen.

Was sind neben schönen Zahlen Ihre Kriterien für unternehmerischen Erfolg?

Prinz: Für mich sind es die Momente, im Vertrieb zu sehen, was mit begeisterten Mitarbeitern realisiert werden kann. Neben dem geschäftlichen Erfolg ist natürlich auch die Familie wichtig, weil man daraus Kraft schöpft.
Kröpfl: Es ist für mich das bewusste Wahrnehmen von Glück im Beruf. Oft besteht die Gefahr, dass man etwas geschafft hat, sich am Erfolg aber nicht recht freuen kann. Umso schöner ist es, wenn positives Feedback gerade von Seiten kommt, wo man es nicht erwartet hätte.
Gaberszik: Als Dienstleister setzt man ständig alles daran, für die Kunden da zu sein. Umso größer ist die Freude, wenn etwas zurückkommt. Oder wenn man merkt, dass die Mitarbeiter an einem Strang ziehen und für die Firma da sind.
Hirsch: Erfolg ist für mich, wenn man Kunden für eine neue Sache begeistern konnte und die Begeisterung auch nach längerer Zeit noch gegeben ist. Als Lehrlingsausbildner freut mich immer wieder, wenn ich sehe, dass junge Leute mit Ernsthaftigkeit und Bereitschaft, aus dem Gelernten in die Verantwortung zu gehen, bei der Sache sind.

Oft sind es kleine Entscheidungen, die rückwirkend betrachtet in die richtige Richtung geführt haben. Welcher Meilenstein war das in Ihrer Firmengeschichte?

Prinz: Unsere beiden Söhne sind seit 20 Jahren im Betrieb, die Frage der Übernahme stand stets im Raum. Bei einer Verkaufsschulung trafen sie auf einen Referenten, der sich mit Betriebsübergaben beschäftigt. Nach langen Diskussionen ließen wir uns von ihm durch den Übergabeprozess begleiten, er analysierte auch Potenzial und Prozesse des Betriebs. Zum Abschluss fuhren wir, die Familie, in ein Seminarhotel zum Brainstorming. Dabei sind Dinge angesprochen worden, die ohne diesen Berater nie thematisiert worden wären. Die Söhne werden auf ihrem Weg in die Unternehmensführung begleitet, sodass meine Frau und ich Ende 2018 beruhigt aus dem Betrieb ausscheiden können.
Kröpfl: Einer der letzten Meilensteine in der Steiermärkischen Sparkasse war die Vereinbarung neuer Spielregeln im Haftungsverbund mit dem Ziel, auch künftig ein Teil dieser Gemeinschaft sein zu wollen, in guten wie in schlechten Zeiten.
Gaberszik: Als ein Meilenstein gilt die Hinzunahme der Marke Jaguar im Rahmen der Eingliederung von Jaguar und Landrover bei Ford. Es war eine rasche und schwierige Entscheidung. Obwohl wir damals nur 23 Fahrzeuge dieser Marken verkauften, dachten wir: Irgendwie geht das schon. Es hat sich ausgezahlt, Jaguar produziert jetzt in Graz und auch wir stehen vor der Entscheidung, uns zu vergrößern.
Hirsch: Für Meilensteine braucht es Mitarbeiter, die mit ihren Ideen ernst genommen werden müssen und hinter denen man als Arbeitgeber stehen muss. Bei uns gilt: Fehler sind erlaubt. Wichtig ist auch, keine Angst vor Veränderung zu haben, sondern sie als Chance zu sehen, und sich zu fokussieren. Daraus entwickeln sich dann erst Meilensteine.

 

„Erfolg ist für mich auch das bewusste Wahrnehmen von Glück im Beruf.“ Oliver Kröpfl, Steiermärkische Sparkasse

 

Sie sind schon lange Wirtschaftstreibende. Wie hat sich die Art und Weise des Unternehmerseins geändert?

Prinz: Der Druck ist gestiegen, alles ist schnelllebiger geworden und mit der Auftragserteilung wird bis zum letzten Moment gewartet und wir müssen uns sehr anstrengen. Auch der Kontakt mit Einkäufern ist heute weniger persönlich und stark von Kos­tendruck geprägt.
Kröpfl: Die unternehmerische Freiheit wurde mit einer Flut an Regeln massiv eingeschränkt. Die Herausforderung, sich vom Mitbewerb abzuheben, ist gestiegen, die Individualität, die man den Kunden zum Beispiel bei der Kreditvergabe bieten kann, eher gesunken. Uns beschäftigt natürlich auch die Digitalisierung, kein Mensch weiß, wohin sie mittelfristig führen wird. Was für uns als Arbeitgeber schwieriger wurde: Der Bankberuf hat nicht gerade an Attraktivität zugelegt, es ist für uns schwieriger, die richtigen Menschen mit entsprechender Begeisterung für den Job zu finden. Früher war die Fluktuation bei Null, jetzt entspricht sie der anderer Branchen.
Gaberszik: Die Schnelligkeit hat auch unser Geschäft verändert. Angebote müssen sofort erstellt werden, durch die Neuen Medien hat sich die Schlagkraft noch erhöht, etwa mit den Bewertungsplattformen im Internet, auf die man schnell reagieren muss. Für uns ist der Fachkräftemangel ein großes Problem, vor allem jetzt, wo Magna Mitarbeiter aus unserer Branche sucht. Nebenbei gesagt finde ich es falsch, wenn unser Bildungssystem alle in Richtung höhere Schulen drängen will und keiner mehr eine Lehre absolvieren möchte.
Hirsch: Die große Veränderung, die sich in den letzten zehn, 15 Jahren gezeigt hat, ist die Planbarkeit der wirtschaftlichen und sozialen Rahmenbedingungen. Früher investierte man und wusste, das hält jetzt mal für die nächsten Jahre. Das ist heute nicht mehr der Fall. Dazu ist der Druck auf Produktion und Innovation enorm, die Entwicklung schreitet immer rasanter fort. Und zu guter Letzt braucht es am Jahresende eine Rendite, die manchmal zu Entscheidungen führt, die nicht angenehm sind.

Wie gehen Sie mit schwierigen unternehmerischen Entscheidungen um?

Prinz: Zu Beginn meiner Selbstständigkeit habe ich viele Veranstaltungen der Wirtschaftskammer besucht und hole mir dort noch heute Rat. In schwierigen Situationen reden wir mit Experten und ­besprechen Konzepte mit Vertretern der WK. Das duale Prinzip – also Expertenrat und interne Entscheidung – hat sich gut bewährt.
Kröpfl: Personell sind wir gut aufgestellt und haben für die Bankbranche vergleichsweise wenig externe Berater. Entscheidungen werden bei uns vor allem in Teams aus erster und zweiter Führungsebene getroffen. Auch der Austausch mit anderen Branchenvertretern und innerhalb des Sparkassenverbandes hilft bei Entscheidungen.
Gaberszik: Als Familienbetrieb fallen die meisten Entscheidungen innerhalb der Familie, aber auch unter Einbeziehung der Mitarbeiter. Beratungsdienste werden uns immer wieder von Importeuren angeboten, im Bereich der IT geht es ohnehin fast nicht ohne Unterstützung von außen. Ansonsten pflegen wir den Austausch mit Steuerberater, Anwalt, wertvolle Diskussionen finden auch mit Kollegen statt.
Hirsch: Berater setzen wir bei speziellen Themen ein, im Großen und Ganzen holen wir unser Know-how und unsere Expertise von internationalen Symposien. Oder wir fliegen in die USA und schauen, wie sich dort die Branche entwickelt und welche Strömungen wahrnehmbar sind. Für uns wird der 3D-Druck ein großes Thema werden. In der Zusammenarbeit mit Händlern und Lieferanten – darunter sind große, multinationale Unternehmen – geschieht viel an Entwicklungsarbeit. Doch wie sich mein Unternehmen aufstellen soll, ist letztlich meine unternehmerische Entscheidung, die ich mit dem Team und Technikern so zu analysieren versuche, dass wir gemeinsam eine haltbare Strategie entwickeln.

 

„Wie mein Unternehmen aufgestellt sein soll, ist letztlich meine unternehmerische Entscheidung.“ Georg Hirsch, Wolf Plastics Verpackungen GmbH

 

Was sind Ihre persönlichen Erfolgsfaktoren? Welche Eigen­­­­schaften zeichnen Sie als Unternehmer aus?

Prinz: Über den Tellerrand schauen und vorne mit dabei sein. Unser Geschäftsmodell besteht darin, uns internationale Trends anzusehen. Als kleines Unternehmen können wir flexibel reagieren und den Kunden individuelle Lösungen anbieten, zu einem guten Preis- Leistungs-Verhältnis.
Kröpfl: Das Bankgeschäft wird naturgemäß mit juris­tisch-mathematischen Entscheidungen in Verbindung gebracht. Mir ist wichtig, dass die emotionale Komponente und die Gefühle nicht verloren gehen, etwa indem Kreditentscheidungen nicht aufgrund rein mathematischer Kriterien getroffen werden. Vor allem Kredit- und Personalentscheidungen sind nie objektivierbar. Ich glaube deshalb, dass in solchen Entscheidungen immer die emotionale Komponente Platz haben muss.
Gaberszik: ­Wirtschaftlicher Erfolg hängt von vielen Eigenschaften ab. Wichtig sind für mich Fleiß, Mut und das Pflegen von Kundenbeziehungen über Jahre. Und natürlich eine gute Beziehung zu Mitarbeitern. Das sind die Werte, nach denen wir leben und die in Summe den Erfolg ausmachen.
Hirsch: Wir pflegen gute Beziehungen zu all unseren Kunden auf Augenhöhe. Für uns ist der direkte Kontakt wichtig, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wohin die Reise geht und welche Produkte der Kunde wirklich braucht. Und natürlich spielen die Mitarbeiter hier eine wichtige Rolle. Es gilt, sie in ihren sozialen Usancen zu verstehen. 

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Ab jetzt steht der "BUSINESS Monat" nun jedes Mal unter einem umfassenden Schwerpunkt-Thema. Im März: "Investitionsland Steiermark".

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