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Höchste Zeit fürs Holzzeitalter

Ein Kantinengespräch mit Doris Stiksl, Geschäftsführerin proHolz


Text: Daniela Müller, Fotos: Thomas Luef

 

Doris Stiksl ist Geschäftsführerin von proHolz Steiermark. Eine Frau, die für den Werkstoff Holz so richtig brennt. In unserem Kantinengespräch zeigt sie sich etwas ungehalten. Es gebe keine Zeit zu verlieren, sagt sie. Im Bereich Bauen müssten wir für ein gutes Klima ehest in das Holzzeitalter wechseln. Es sei bereits fünf vor zwölf.

Doris Stiksl hält es beim Essen wie bei ihrem Arbeitsthema Holz:

Nachhaltigkeit ist Trumpf. Sie lebt gesund, ihre Lebensmittel kauft sie, sofern erhältlich, bei lokalen Produzenten. Ihre Mittagspause verbringt die Geschäftsführerin gelegentlich in der Kantine am proHolz-Standort Reininghausstraße 13a. Dort fand auch das Kantinengespräch statt, das Business-Monat-Chefredakteurin Daniela Müller führte.


Frau Stiksl, Sie haben täglich mit Holz zu tun. Was beschäftigt Sie?

Wir haben den Auftrag, uns den großen Themen zu widmen. Österreich ist zur Hälfte bewaldet, die Steiermark zu zwei Drittel. Der Wald wächst, ohne dass wir Energie hinzufügen. Wir sollten uns fragen, was wir uns im Bereich Bauen noch leisten wollen und können, und auch hinterfragen, was in Zukunft gefördert werden soll. Können wir uns weiterhin leisten, Bauaufträge nur unter dem Augenmerk der kurzfristigen Kosten zu vergeben, mit Kunststoff zu isolieren und so Sondermüll-Bauten zu errichten, die keinen Mehrwert liefern, sondern ausschließlich CO2 produzieren? Oder geht es darum, nachhaltige Gebäude zu errichten und Folgekosten zu berücksichtigen? Ein Drittel der Energie, die wir aufwenden, geht für Gebäude auf, ein Fünftel der Treibhausgase wird über Gebäude verursacht. Wir könnten 71 Prozent der CO2-Emissionen sparen, wenn wir mit Holz bauen würden. Der Bau ist für uns ein Hebel für mehr Nachhaltigkeit und Mehrwert für die Regionen.


Wenn man das Sprichwort: „Ich sehe den Wald vor lauter Bäumen nicht“ hernimmt: Hat man Holz als Baumaterial aus den Augen verloren?

Nein, bestimmt nicht. Gerade in der Steiermark haben wir viele Vorzeigebauten, die anderen als Vorbild dienen. Die Reininghausgründe sind hier ein gutes Beispiel.Mit den neuen Materialien – das Brettsperrholz ist ja eine steirische Erfindung – wurde Holz eher wiederentdeckt. Beim Wohn- und Gewerbebau hat der Holzbau aber noch viel Potenzial. Aber so lange Fördermittel nicht an Nachhaltigkeitskriterien oder CO2-Parameter gebunden werden, wird im Bereich des nachhaltigen Bauens die Entwicklung sehr klein sein – und das können wir uns nicht leisten. Es geht auch darum, Arbeitsplätze in den Regionen zu generieren. Immerhin ist der Wald im weitesten Sinne mit seinen 55.000 Arbeitsplätzen der größte Arbeitgeber in der Steiermark. Nicht zuletzt trägt eine gute Architektur dazu bei, dass eine Region an Wert gewinnt.


Wie ließe sich ein Umdenken erreichen?

Ein einfaches Beispiel: Ein Plastikmöbel ist nach fünf Jahren abgewohnt, ein 30 Jahre alter Holztisch kann noch immer schön sein. So müssen öffentliche Bauherren auch denken. Wir dürfen Bauwerke nicht mehr nur als solche fördern, sondern in Verbindung mit der Frage, welche Baumaterialien verwendet werden, wie viel CO2 eingespart werden konnte und was mit den Materialen am Ende ihrer Lebenszeit passiert.
Auch die Frage, wie ein Raum auf unsere Gesundheit und auf unserer Wohlbefinden wirkt, muss beantwortet werden.


Wie visionär dürfen wir sein in Sachen Holz?

Wir werden in Zukunft Holz finden, wo es noch nicht erwartet wird, etwa in der Automobil- oder sogar der Computerfertigung. Es gibt bereits Forschungsprojekte, wo man Holz im Fahrzeugbau nicht nur im Furnierbereich, sondern auch bei tragenden Teilen einsetzen will. Im Moment noch hat Holz gegen den niedrigen Stahlpreis das Rennen verloren. Doch es ist absolut wichtig, in Forschung und Entwicklung zu investieren. Mit dem Brettsperrholz haben wir es vor 20 Jahren vorgemacht. Das ist jetzt Exportschlager und steirische Unternehmen liefern nach London und Sydney wo sechs- bis achtgeschossige Bauten entstehen.
Sie haben selbst zwei fast erwachsene Kinder.


Mit welchem Bezug zum Holz sind sie aufgewachsen?

Meine Kinder sind auf einer Säge groß geworden. Sie lieben noch immer den Holzgeruch und schätzen unsere Holzmöbel. Mein Sohn hat sein Sommerpraktikum bei einem ­großen Holzbauer gemacht. Wohin es sie beruflich verschlägt ist noch nicht absehbar – da rede ich ihnen nicht drein, wichtig ist, dass ihre Herz mit dabei ist, dann ist es gut!

Schwerpunkt Thema

Ab jetzt steht der "BUSINESS Monat" nun jedes Mal unter einem umfassenden Schwerpunkt-Thema. Im Jänner: "Holz".

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