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Zwei mit grossen Plänen

1934 legte der Großvater von Susanna Marinic-Knittelfelder mit einer kleinen Möbeltischlerei den Grundstein für das Einrichtungshaus Knittelfelder in Gleisdorf. Heute beschäftigt das Unternehmen 17 Mitarbeiter.

Susanna Marinic-Knittelfelder und ihr Gatte Bernd haben 2008 das Einrichtungshaus Knittelfelder in Gleisdorf auf neue Beine gestellt. An die Tischlerei, die schon der Großvater gegründet hat, bauten sie ein modernes Möbelhaus und brachten dort ihren Stil ein. Ein Gespräch über Leidenschaft, schöne Werkstoffe und eine Branche, die sich selbst kannibalisiert.



Text: Daniela Müller, Fotos: Marija Kanizaj

 

Von der vorweihnachtlichen Hektik ist zwei Tage vor Weihnachten in der Tischlerei von Susanna Marinic-Knittelfelder und Ehemann Bernd nichts zu spüren. Drei Mitarbeiter erledigen letzte Arbeiten. Zeit für einen Streifzug durch die Werkstätte. Ein alter Steyr-Traktor steht in der Ecke, er weist auf eine Zeit hin, in der die Uhren noch langsamer gingen. Bernd Marinic streicht über ein dickes Brett Eichenholz, das auf seinen Einsatz wartet. Besonders schöne, rare und kostbare Stämme kauft er auf Lager. Eiche, Nuss, Zirbe seien gerade die begehrtesten Hölzer, erklärt Marinic. Denn nicht nur die Verfügbarkeit von schönem Holz ist auf lange Erfahrung und gute Kontakte zurückzuführen, auch die Preise steigen jährlich. Ein Abwälzen auf den Kunden ist nur bedingt möglich – mit Verschnitt ist der Verbrauch in der Massivholzarbeit schwer zu kalkulieren. „Ein bisschen ist das Liebhaberei, was wir hier tun“, betont Marinic.


Frei planen

Er ist der Planer, der mit seiner Geradlinigkeit und Strukturiertheit für die typische puristische Formensprache des Stils des Einrichtungshauses sorgt. Seine Gattin verfeinert mit ihrem Auge für farbliches Zusammenspiel seine Entwürfe mit den passenden Stoffen, Teppichen, Vorhängen oder Accessoires. „Schöne Möbel nicht zu Ende gedacht, ist leider nur ein halber Effekt“, betont Marinic-Knittelfelder. Gutes Handwerk ist für beide, frei planen zu können. Das bietet einerseits die Tischlerei, mit der rund 60 Prozent des Umsatzes erreicht wird. Den anderen Part erfüllt der Möbelhandel mit seiner Vielzahl an bekannten Marken und Qualitäten. Viele der Kunden bleiben es über Jahre. Oft beginne es mit einer Küche und sukzessive werde das gesamte Haus nach den Kundenwünschen eingerichtet, erklärt Marinic-Knittelfelder.


Familienbetrieb

Eigentlich sollte eine ihrer beiden Schwestern den Betrieb übernehmen. Diese erlernte das Tischlerhandwerk und ging zum Praxissammeln nach Deutschland, wo sie letztlich blieb. So entschied die studierte Betriebswirtin Susanna gemeinsam mit ihrem Mann, einem Automatisierungstechniker, in die Fußstapfen des Vaters zu steigen. Den Betrieb gegründet hat der Großvater im Jahr 1934, damals noch als Möbeltischlerei, und führte noch eine Landwirtschaft. In den 1960er-Jahren übernahm sein Sohn das Geschäft, hat es weiter ausgebaut und um den Möbelhandel erweitert. 2008 errichtete die Tochter mit ihrem Mann das neue Gebäude direkt im Anschluss an die Tischlerei, um den Kunden Komplettlösungen anbieten zu können. 17 Mitarbeiter arbeiten heute im Betrieb, zwei Lehrlinge machten kürzlich ihren Abschluss.


Heraus­forderungen

Die letzten zehn Jahre bedeuteten für das Paar mutige Entscheidungen, viel Arbeit und hohe Investitionen. Das in einem Umfeld, in dem reihum Handwerksbetriebe schließen und die großen Möbelhändler den Wertverfall der Möbelpreise kräftig forcieren. Auch der Lehrberuf des Tischlers ist ständigen Veränderungen unterworfen und fordert, was die Ausbildungsrichtlinien betrifft. Während sich früher alles in der Werkstätte abspielte, ist heute das Um und Auf die Vorbereitung und genaue Planung am PC. Erst wenn dort fehlerfrei vorgearbeitet wurde, kann das Werkstück gelingen. Die eigentliche Handarbeit übernimmt heute vielfach die CNC-Fräse. Trotz aller Herausforderungen bleibt Marinic optimistisch. „Ich glaube, dass für den heimischen Nussholztisch auch ein Markt kommen wird. Wie beim Oldtimer.“ 

 
„Schöne Möbel nicht zu Ende gedacht, ist leider nur ein halber Effekt.“

Susanna Marinic-Knittelfelder GF Einrichtungshaus Knittelfelder

 

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