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Holz holt auf!

Natürlich, ökologisch, angenehm, wohlig warm, ästhetisch ansprechend, klimafreundlich, nachwachsend, robust, beständig, flexibel, atmungsaktiv, feuchtigkeitshaushaltsregulierend, wiederverwertbar, widerstandsfähig, wirtschaftlich, effizient, günstig, gestaltbar, beständig – und, und, und …
Hält man sich die unbestrittenen Vorteile des Bauens mit Holz vor Augen, müssten die meisten Gebäude längst aus diesem Naturbaustoff errichtet sein. Und tatsächlich werden es immer mehr.

 

 Text: Wolfgang Wildner, Fotos: Thomas Luef

 

Da kann sich die vielzitierte Massivbaulobby noch so dagegenstemmen – Holz holt auf. Hört man, wie die Profis und Branchenvertreter, die sich in den Räumlichkeiten der Holzbauinnung in der Wirtschaftskammer Steiermark zum Holzbau-Gipfel eingefunden haben, über ihren Werkstoff regelrecht ins Schwärmen geraten, kann einen das auch gar nicht verwundern (siehe Kasten „10 Holzhighlights“). Verwunderlich mutet dann eher der Umstand an, dass noch immer so viel nicht aus Holz gebaut wird. 

Johann Almer, Holzbaumeister & Eigentümer und Geschäftsführer der ALPE Zimmerei und Tischlerei GmbH in Fohnsdorf //  Eyecatcher aus Holz. Zubau zum „Windmühlheurigen“ in Retz, ausgeführt in Brettsperrholz. (ALPE Zimmerei und Tischlerei GmbH)

 

Ära des Holzes

Doch die Ära des Holzes, sind die Holzbauinnungsvertreter überzeugt, ist nun auch in der Steiermark nicht mehr aufzuhalten – mit jährlichen Steigerungen. Bei der Errichtung der unterschiedlichsten Objekte – vom Hochbeet bis zu mehrgeschossigen Wohnbauten, nach der Anpassung der Baunormen und Gesetze mittlerweile auch Holzhochhäusern, Kommunalbauten wie Schulen, Kindergärten und Pflegeheimen sowie Gewerbe- und Industriebauten – findet Holz Verwendung. Und nicht nur Neubauten sind eine Domäne dieses in ausreichenden Mengen nachwachsenden, klimaschonenden Naturrohstoffs. Mit seinen herausragenden Eigenschaften ist Holz zudem der logische Werkstoff für Sanierungen, Revitalisierungen und Zubauten. Immer häufiger darf (Massiv-)Holz seine (optischen) Qualitäten auch stolz nach außen tragen und wird nicht mehr durch Kunststoffdämmmaterialien aus zumeist fossilen Quellen und Putz brüskiert (und noch dazu in seiner natürlichen Osmose behindert). 

Oskar Beer, Landesinnungsmeister Holzbau // Variotherm-Firmensitz in Leobersdorf. (Holz & Bau Hirschböck GmbH)

 

Qualitätsanspruch

Was bei all den Vorteilen, die das Baumaterial Holz in sich selbst birgt, nicht übersehen werden sollte, ist seine volkswirtschaftliche Tiefenwirkung. Die Holzwertschöpfung vollzieht sich von der Holzernte bis zum fertigen Objekt bzw. Projekt in heimischen Gefilden. Doch die Wirkung reicht eben noch tiefer: Der sachgerechte Umgang mit Holz und Holzwerkstoffen erfordert sehr viel spezifisches Holz-Know-how – Wissen, Genauigkeit und Erfahrung. Wissen und Werte, die teilweise in den Unternehmen selbst, zudem in einer immer bunteren Schulungs- und Ausbildungslandschaft vermittelt und weitergegeben werden. 
Von Grund auf geändert hat sich in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten folglich auch das Berufsbild im Holzbau – waren Zimmerer einst vorwiegend mit der Errichtung von Dachstühlen beschäftigt, so stehen sie heute vielfältigen und teils überaus komplexen Herausforderungen – von der Bautechnik bis zu den verschiedensten Dämmungs- und sonstigen Materialien – gegenüber. Konsequenterweise ist der Lehrberuf Zimmerei durch jenen der Zimmereitechnik ergänzt worden, wo auch die Digitalisierung Eingang in den Lehrplan gefunden hat. 
Selbstverständlich sei die Tätigkeit des Holzbaumeisters bzw. der Holzbaumeisterin, vormals Zimmermeister bzw. -meisterin, ein reglementiertes Gewerbe mit Zugangsvoraussetzungen, die geeignet seien, einen angesichts der weitreichenden Verantwortung unumgehbaren Wissensstand zu verbürgen. Vor Bestrebungen, diese Zugangsbeschränkungen zu lockern oder gar zugunsten der freien Gewerbeausübung zu verabschieden, können die versammelten Holzbau-Unternehmer, nicht zuletzt die Entwicklungen im massiven Baugewerbe als warnendes Beispiel vor Augen, nur warnen.

Bernd Haintz, Jurist und ­Geschäftsführer der Landes­innung Holzbau in der WKO Steiermark. // Holzästhetik wird auch außen immer begehrter. (Holz & Bau Hirschböck GmbH)

 

Volkswirtschaftliche Tiefenwirkung

Die meisten der vorwiegend klein strukturierten und mittelständischen Betriebe bilden ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter selbst aus. Diese stammen ganz überwiegend aus dem unmittelbaren regionalen Umfeld. Die Unternehmens-treue ist hoch, die Fluktuation gering. Dadurch sammelt sich nicht nur enorm viel Know-how in den Betrieben, die Unternehmen selbst – häufig in strukturschwachen, tendenziell von Bevölkerungsschwund betroffenen ländlichen Räumen angesiedelt – werden zu wertvollen Ankern der Regionalentwicklung. Das und der Klimaaspekt haben in den vergangenen Jahren auch die steirische Landespolitik in Gestalt des zuständigen Landesrats Johann Seitinger dazu veranlasst, die Verwendung von Holz, etwa im gemeinnützigen Wohnbau, zu forcieren.
Die durchgängige Regionalität und damit räumliche Nähe der Wertschöpfungskette mit ihrer im Wissensstand und im Erfahrungsschatz der Mitarbeiter verkörperten Know-how-Tiefe fließen auf der anderen Seite wiederum in die Produkte und Leistungen ein – als Qualität, Verlässlichkeit, Präzision, Erreichbarkeit – und kommen damit unmittelbar den Bauherren zugute. 
„Noch vor 20, 30 Jahren“, setzt Innungsmeister Oskar Beer die vielsagende Schlusspointe, „haben viele unserer Mitarbeiter privat auf Ziegel-Massiv-Bauten gesetzt. Heute ist das gar kein Thema mehr – der private Wohntraum wird aus Holz errichtet.“ Und auch in der breiten Bevölkerung sei der Holzbau nun „komplett angekommen“

Josef Konrad, Holzbaumeister & Inhaber der Zimmerei Josef Konrad in Frohnleiten. // Alt und neu – Know-how und Fingerspitzengefühl. (Zimmerei Konrad)

 

10 Holz-Highlights

1. Holz heißt Vielfalt und Effizienz

Holz bringt durch seine Bearbeitbarkeit ein deutliches Plus an konstruktiven und gestalterischen Möglichkeiten. Durch die gegenüber anderen Baustoffen geringere Masse kann zudem auf Tragwerksverstärkungen verzichtet werden. Der geringere Eigenplatzbedarf bringt gegenüber Massivbauten einen Wohnraumgewinn von rund 10 Prozent.

2. Holz heißt Qualität

Holzwerkstoffe jedweder Provenienz unterliegen in Österreich klaren Klassifizierungs- und Qualitätsauflagen.

3. Holz bringt ein Top-Wohnklima

Holz ist atmungsaktiv, ist elektrostatisch neutral und nicht leitend – die besten Voraussetzungen für ein ausgeglichenes Raumklima und eine gesunde Wohnatmosphäre.

4. Holz ist beständig

Holzkonstruktionen trotzen, wie zahlreiche historische Bauten beweisen, auch extremen Witterungsbelastungen über viele Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte. Einzelne Teile, etwa Fassadenverkleidungen, sind zudem einfach, rasch und kostengünstig ersetzbar. 

5. Holz bringt kürzere Bauzeiten

Moderne Bautechniken forcieren die Vorfertigung in trockenen Hallen, damit kann wetterunabhängig und trocken gearbeitet werden. Die Bauten sind sofort tragfähig und ohne Trocknungszeiten nutzbar. Die kürzeren Bauzeiten sparen auch Kosten.

6. Holz ist nachwachsend und nachhaltig

Nicht einmal zwei Drittel des Holzzuwachses werden in Österreich geerntet. Der Holzvorrat wächst also kontinuierlich.

7. Holz tut gut

Holz duftet angenehm, dämpft Geräusche, das Raumklima in Holzgebäuden ist messbar besser und mit Holz gestaltete Räume wirken auf Menschen wärmer, als sie tatsächlich sind. Holz ist nicht nur wohltuend, sondern senkt auch die Heizkosten.

8. Holz zeigt auch draußen Klasse

Fassaden, Fenster, Terrassen, Pergolen, Carports, Möbel, Hochbeete, Tröge, Spielgeräte, Pavillons oder gleich ganze Häuser – Holz ist auch außen robust, verlässlich und haltbar und braucht sich, gerade was die Optik betrifft, nicht zu verstecken. 

9. Holz macht keinen Müll

Die herkömmliche Bauwirtschaft verursacht mehr als 50 Prozent des österreichischen Abfallaufkommens. Holz ist die gleichermaßen ökonomische wie ökologische Alternative: Was bei der Herstellung von Holzwerkstoffen abfällt, landet nicht im Müll, sondern in der Wertschöpfungskette. Und Alt- bzw. Abbruchholz wird in den verschiedensten Formen wieder- oder weiterverwendet.

10. Holz ist energiesparend und klimaschonend

Holz wächst vor unserer Tür, es wächst deutlich mehr zu, als geerntet wird. Alles, was die Natur braucht, um Holz zu produzieren, ist Sonne, Luft und Wasser. Bei anderen Baustoffen gibt es bereits bei Herstellung, Verarbeitung und Transport enormen Energieaufwand.

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