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Für jeden Platz den besten Baum

Der Unterschied zwischen einer Fichte und einer Tanne ist auch für Laien leicht erkennbar. Dass es bei den einzelnen Baumsorten aber auch grundverschiedene Individuen gibt, ist weniger offensichtlich – für die Aufforstung aber entscheidend.

 

Text: Andreas Kolb, Fotos: ARMIN RUSSOLD/FOTO FREISINGER, Shutterstock

 

Der richtige Baum am richtigen Standort – diese Regel leuchtet auch forstwirtschaftlichen Laien ein. Dass sich eine kühle Umgebung liebende Fichte, die ursprünglich von der inner-alpinen Waldgrenze stammt, im Leibnitzer Becken nicht unbedingt wohl fühlt, ebenso. Kaum bekannt ist hingegen, dass es auch bei den jeweiligen Baumarten große Unterschiede zwischen einzelnen Exemplaren gibt.

„Wie bei Menschen auch gibt es genetisch gesehen einen -fixen Genotyp, der bestimmt, ob es eine Fichte oder eine Tanne oder eine Buche ist. Und dann gibt es den Phänotyp, der individuelle Merkmale festlegt, beim Menschen etwa braune Augen oder bei Bäumen eben die Anforderungen an die Umgebung“, erklärt Kurt Ramskogler. Er ist Forstwirt, Doktor der Bodenkultur und seit vielen Jahren Geschäftsführer der LIECO, der Container-Forstpflanzenproduktion der Stiftung Fürst Liechtenstein in Kalwang. Dort werden pro Jahr rund sieben Millionen Jungbäume für den gesamten deutschsprachigen Raum, aber auch Slowenien und Rumänien aufgezogen.

 

Millionen von Jungbäumen werden jedes Jahr allein im deutschsprachigen Raum neu gepflanzt.

 

Dabei wird penibel auf die Herkunft des Saatgutes geachtet. „Wenn ich die falsche oder zumindest eine fragliche Herkunft der Samen habe, dann sind später die Anpassungsprozesse an den Standort unvorhersehbar“, schildert Ramskogler. Grundlage für die Produktion von Jungbäumen ist das österreichische Forstgesetz von 1875, das im Laufe der Zeit natürlich immer wieder an den Stand der Wissenschaft angepasst wurde. Die Saatgut-Firmen unterliegen einer strengen und ständigen Kontrolle. Ramskogler: „Es wäre zum Beispiel eine Katastrophe, wenn plötzlich nur mehr ein einziger Baum vermehrt würde, die genetische Vielfalt wäre dann verschwunden.“

 

„Ein Baum wächst nur dann, wenn es ihm an seinem Standort gut geht.“ 

Kurt Ramskogler
LIECO-Geschäftsführer

 

„Im 19. Jahrhundert gab es das große Aufforstungsprogramm in der Monarchie, dabei wurden Baumtypen kreuz und quer durch Europa ausgetauscht“, weiß Ramskogler. „Dabei wurden nicht immer die idealen Baumtypen erwischt.“ Inzwischen sei der Baumbestand aber im Großen und Ganzen an die Umgebung angepasst. „Ein Baum wächst ja nur dann, wenn es ihm gut geht.“ Die Baum-Produzenten haben, so Ramskogler, mittlerweile für jeden Standort die richtige Baumsorte – so gebe es allein bei der LIECO rund 200 verschiedene Fichtensorten.

In den vergangenen Jahren seien auch immer mehr einschlägige Forschungs-projekte ins Leben gerufen worden: „Bei den Hauptsorten tut sich da national wie international einiges. Das Wissen wird auch immer stärker in die Praxis weitergegeben – von den Jungbaum-Erzeugern.“ Die wahllose Ausbringung von Jungbäumen könne und dürfe nicht Standard sein, mahnt Ramskogler. „Wir haben die Verpflichtung, den Stand der Technik und Wissenschaft lückenlos zu halten – im Interesse eines gesunden Waldes.“

Kurt Ramskogler

Forstwirt und Geschäftsführer von LIECO

 

 

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