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Grüne Zukunft

Holz ist mehr als nur Baustoff, sagt Landesrat Johann Seitinger. Er ist Wirtschaftsfaktor und ökologisch wie sozial wichtig für die Steiermark. Das solle letztlich bei der Kostenfrage „Holzbau oder Massivbau?“ mitbestimmend sein. 

 

 

Text: Daniela Müller, Foto: Oliver Wolf

 

Es gibt den Spruch, wonach man drei Häuser bauen muss, bis man ein perfektes bekommt. Sie wohnen selbst in einem Holzhaus – trifft das auch auf Ihres zu?

Bei meinem Haus am Frauenberg habe ich mich bewusst für den Holzbau in einer Zeit entschieden, als man mich noch diesbezüglich belächelt hat. Doch diese Entscheidung bereue ich auch heute nicht, im Gegenteil. Ich habe bei der Renovierung und bei der Erweiterung meines Hauses sogar erneut auf den nachhaltigen Baustoff gesetzt – und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Mit Holz zu bauen bedeutet in diesem Sinne für mich behagliches Wohnen in einem lebendigen und urgemütlichen Umfeld.

In welchen Bereichen der Öffentlichen Hand sehen Sie Potenzial für Holzbauten?

Die Steiermark ist nicht nur als Waldland weit über die Grenzen hinaus bekannt, sondern baut ihren guten Ruf auch auf dem Holzbausektor immer weiter aus. So wurde der steirische Holzbau in den letzten zehn Jahren von 5 auf 30 Prozent angehoben. Dazu leisten nicht nur die technische Universität den sich ständig weiterentwickelnden Input, sondern auch die heimischen Holzbaubetriebe, die von ihren Kunden mit Höchstnoten bewertet werden, einen wichtigen Beitrag. Daher hat der Holzbau ein enormes Potenzial in allen Bereichen, in denen gebaut wird. Besonders stolz sind wir vor allem auf den Mehrgeschoßbau, wo der innovative Baustoff erfolgreich Einzug gehalten hat und wir inzwischen sechsgeschoßige Wohngebäude errichten. Als Beispiel hierfür kann die Hummelkaserne genannt werden, wo vier Gebäude mit 92 Wohneinheiten bis zum sechsten Stockwerk in Holzmassiv-Bauweise ausgeführt sind.

Der Werkstoff Holz ist nachhaltig, aber in der Regel teurer. Kann sich das Land, können sich Kommunen leisten, das Thema Nachhaltigkeit über die Kosten zu stellen? 

Wenn man von Nachhaltigkeit spricht, so muss man bedenken, dass der Holzbau in der Steiermark von drei wichtigen Säulen getragen wird: von dem Faktor Wirtschaft, einem nachhaltigen ökologischen Denken und einer starken sozialen Komponente. Bauen mit Holz ist zwar derzeit etwas teurer als der Massivbau und auch projektabhängig, doch es trägt wesentlich dazu bei, dass die Wertschöpfung, die durch die Investitionen geschaffen wird, auch in den Regionen verbleibt – das schafft unzählige Arbeitsplätze und sichert das Einkommen vieler Familien. Zudem ist Holz ein hervorragender CO2-Speicher, der einen wichtigen Beitrag für die Klimapolitik leistet. Nur zum Vergleich: Ein modernes Einfamilien-Holzhaus bindet die Menge CO2, die 40 Fahrzeuge in einem Jahr verursachen, und verringert somit unseren CO2-Footprint wesentlich. Demnach sollte das Interesse des Landes Steiermark und seiner Bevölkerung über der Kostenfrage stehen. 

Könnte man im kommunalen Wohnbau mit Förderungen für jene, die mit Holz bauen, ansetzen?

Was die Förderung des Holzbaus anbelangt, so wurde die Kostengrenze für den Holzbau auf etwa 2.100 Euro pro Quadratmeter angehoben. Für den Massivbau beträgt sie rund 1.900 Euro. 

Gibt es Pläne, gemeinsam mit der TU/Stiftungsprofessur Kaden den Holzbau in der Steiermark zu forcieren? 

Die Steiermark ist bereits das Holzland Nummer eins in Österreich. Daher war es mir auch ein besonderes Anliegen, die Stiftungsprofessur Holzbau und Architektur an der Technischen Universität Graz tatkräftig zu unterstützen, damit eine Weiterentwicklung des Holzbaus in der Steiermark weiterhin möglich ist. Denn Aktivitäten im Sinne der Umwelt und der Wirtschaft, von denen auch zukünftige Generationen profitieren, können nur auf Basis profunder wissenschaftlicher Erkenntnisse erfolgen. Nicht unerwähnt möchte ich lassen, dass unser langjähriges Engagement etwa dazu geführt hat, dass man im Bereich des Holzbaus eine besonders gefragte Expertise entwickeln konnte, die sich auch im Ausland regen Interesses erfreut. Nicht umsonst reisen hochrangige Wirtschaftsdelegationen aus Ländern mit Erdbebengebieten, wie dem Iran oder Japan, in die Steiermark, um sich über das steirische Holz-Know-how für die Sicherheit der Bevölkerung in den jeweiligen Ländern zu informieren.

 

Schwerpunkt Thema

Ab jetzt steht der "BUSINESS Monat" nun jedes Mal unter einem umfassenden Schwerpunkt-Thema. Im Jänner: "Holz".

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