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Engelswerk, Investorenbeitrag

Bernhard Astner von der Anwaltskanzlei hba in Graz kennt die Grazer Gründerszene seit ihren Anfängen. Zwar gibt es ein gutes Netz an Business Angels und Venturekapitalisten, doch für größere Investments fehlt nach wie vor das nötige „Spielgeld“.

 

Text: Daniela Müller, Fotos: Thomas Luef

 

Seit den Nullerjahren steht die GrazerAnwaltskanzlei hba Unternehmensgründern zur Seite, nicht nur in rechtlicher Hinsicht, sondern unterstützt auch bei der Schaffung der Eigenkapitalbasis. Rechtsanwalt Bernhard Astner erzählt in seinem Büro am Karmeliterplatz bei einem Espresso über die Gründerszene und Frühphasenfinanzierung in der Steiermark.

Wie war es, wie ist es für Neugründer, an Venturekapital zu kommen?
Bernhard Astner: Business Angels, institutionelle Venturekapitalunternehmen oder Familien, die sich dem Themenfeld Private Equity widmen, gibt es in relevantem Umfang in der Steiermark erst seit dem ersten Dotcom-Boom in den späten 1990er Jahren. Nach dem Platzen der Blase Anfang der 2000er-Jahre haben sich die Rahmenbedingungen vorerst für viele Projekte deutlich verschlechtert, weil sich viele Investoren die „Finger verbrannt“ haben. Ab 2007/08 war zu beobachten, dass die allgemeine Skepsis dazu führte, dass selbst bereits zugesagte Finanzierungen zurückgezogen wurden. In weiterer Folge wurde zentralbankgetrieben mehr Geld zu außerordentlich niedrigen Zinssätzen in den Markt gespült, was für viele Investitionsmöglichkeiten bat. Damit hat sich eine diskrete, in der Öffentlichkeit wenig auffällige Szene an Business Angels entwickelt.

Ihre Rolle ist und war dabei?
In erster Linie bieten wir unser gesamtes Portfolio an Rechtsberatung, aber wir wissen auch, bei welchem Business Angel der Gründer am besten aufgehoben ist. Wir haben in der Vergangenheit aber auch kapitalsuchende Projekte mit investitionssuchenden Investoren zusammengebracht. Das war in vielen Fällen zum allseitigen  Vergnügen, aber natürlich haben nicht immer alle Projekte funktioniert, wie man das erhofft hat.

Investieren Sie auch selbst?
Ja, wenn ich vom Potenzial eines Projektes persönlich überzeugt bin. Investitionen erfolgen hauptsächlich über Eqventure, einem der gröІten Businessangel- Investoren in Österreich.

Welche Rolle spielen dabei die Banken?
Im Bereich der Frühphasenfinanzierung spielen sie heute – jenseits von Investgüterfinanzierungen – keine nennenswerte Rolle mehr. Die Banken sind letztlich getrieben durch deren Regulatorien. Sie können frühestens dann finanzieren, wenn Equityinvestoren gefunden wurden und erste Umsätze fließen.

Rechtsanwalt Bernhard Astner mit BUSINESS MONAT-Chefredakteurin Daniela Müller.

 

Könnte man das das als Versäumnis der Banken sehen?
Nein. Der Grund dafür liegt wie gesagt primär in den Regulatorien. Aber auch die Compliance-Themen spielen eine wesentliche Rolle: Ein Bankvorstand, der heute einem Frühphasenunternehmer einen Kredit gewährt und dieser notleidend wird, kann er möglicherweise auch strafrechtliche Probleme bekommen.

Wie ist der typische Gründer aufgestellt, der zu Ihnen kommt?
Die Gründer kommen zu uns mit einem Businessplan, einem Team und viel Enthusiasmus, aber auch einem guten Wissen über fundamentale rechtliche Notwendigkeiten, etwa was den Schutz des geistigen Eigentums betrifft. Die Bereitschaft, Risiken einzugehen, ist heute in einer auffälligen Form höher als noch vor 15 Jahren. Gründer sind aber heute auch tendenziell jünger.

Wie sehen Sie die Zukunft für Business Angels und Venturekapitalisten?
In echten Frühphasen gibt es heute in der Steiermark eine effizente Szene an Investoren und Business Angels, die Lücke, die wir vor etwa zehn Jahren noch gesehen haben, ist heute im Wesentlichen geschlossen. Es werden sicher noch weitere Investoren und Businessangels dazukommen, die Konkurrenz um gute Projekte wird also größer. Es fehlt aber an institutionelle Investoren, die in großem Umfang spätere Kapitalrunden begleiten.

Wer könnte das sein?
In Deutschland, der Schweiz oder dem angloamerikanischen Raum sind es etwa groІe Familyoffices, Versicherungen und Fonds, die bei uns noch keine wesentliche Rolle spielen. Die großen, internationalen Risikokapitalinvestoren finden selten den Weg in den kleinen österreichischen Markt, sodass wachstumsgetriebene Technologieunternehmen ab einer bestimmten Größe veräußert werden. Die immer wieder als wünschenswert deklarierte, langfristige Ansiedelung von Unternehmen mit ihren Headquartern findet daher oft nicht statt. Die positive Kehrseite ist, dass erfolgreiche Gründer sich nach einem Verkauf neuen Projekten zuwenden und einen hohen volkswirtschaftlichen Nutzen erzeugen.

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Ab jetzt steht der "BUSINESS Monat" nun jedes Mal unter einem umfassenden Schwerpunkt-Thema. Im März: "Investitionsland Steiermark".

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