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Gepolstertes Glück

Neues altes Sitzen: Mit Handwerkskunst und Hingabe restauriert Tapezierermeisterin Martina Sperl alte, stilvolle Polstermöbel und polstert damit – als Letzte ihrer Zunft in Graz – exquisite Wohnträume auf.

Text: Wolfgang Schober, Foto: Martina Sperl

 

„Unmögliches erledigen wir sofort, Wunder dauern etwas länger.“ Der Spruch an der Wand ihres Ateliers am Grazer Lendplatz hat durchaus Programmatisches. Denn Wunderdinge wie die Verwandlung eines havarierten Fauteuils in ein exquisites Polstermöbel ereignen sich hier nicht im Schnellverfahren, aber sie passieren. Fast jeden Tag. Seit fünf Jahren. So lange ist Martina Sperl mit ihrer Polsterei – der einzigen dieser Art in Graz – bereits selbstständig und macht anspruchsvolle Vintage-Liebhaber glücklich. Und damit auch sich selbst.

Wie wird man Inhaberin einer Polsterei?

In meinem Fall waren viele Umwege nötig. Ich habe erst das Kolleg für Kunsthandwerk und Design in Tirol besucht und war lange Jahre im Design-Bereich tätig, einige Zeit auch im Ausland. Als ich für einen steirischen Automobilzulieferer Leder-Designs kreierte, kam ich mit dem Sattler-Gewerbe in Kontakt und wurde verstärkt auf das Thema Handwerk aufmerksam. Schließlich hat ein Zeitungsartikel über eine Polsterei in Wien den Ausschlag gegeben. Da wusste ich plötzlich: Das will ich auch machen!

Welche Ausbildung war dafür nötig?

Als Quereinsteigerin habe ich in Salzburg im Rekordtempo Lehre und Meisterprüfung als „Tapeziererin und Dekorateurin“ absolviert. Damit bin ich zurück nach Graz, um mir hier einen Job zu suchen. Allerdings – es gab keinen. So blieb mir nur der Weg in die Selbstständigkeit. Aus heutiger Sicht das Beste, was mir passieren konnte. Ich liebe meinen Beruf und meine Tätigkeit. Allen Unkenrufen von Skeptikern zum Trotz hat sich das Geschäft von Beginn an sehr gut entwickelt. Der Vintage-Trend ist ungebrochen, die Nachfrage ist groß und neue Kunden müssen sogar mit Wartezeiten rechnen.

Wer sind Ihre Kunden?

Ganz unterschiedlich – wobei ich immer weniger Privatkunden bediene, da ich verstärkt mit Architekten und Inneneinrichtern zusammenarbeite. Zuletzt habe ich für einen neuen Grazer Frisiersalon alte Friseurstühle gesucht, restauriert und geliefert. Oft sind es aber auch Büros oder Hotels, die das Besondere suchen.

Was fasziniert Sie an Ihrer Arbeit?

Viele Dinge. Die edlen Materialien, Form und Design der Möbel. Es gibt so viele schöne Designs und immer wieder Neues zu entdecken. Am schönsten ist aber das Gefühl, am Ende des Tages auf etwas zu blicken, das man mit eigenen Händen geschaffen hat. Dazu kommt noch die Anerkennung von den Kunden. Dadurch hat die Arbeit etwas sehr Beglückendes.

Wird aus dem EPU einmal ein ZPU (Zwei-Personen-Unternehmen)?

Schwierige Frage. Bewerbungen gibt es viele. Unglaublich, wie viele Menschen als Quereinsteiger in diesem Bereich arbeiten wollen. Aber ich würde nur jemanden nehmen, der bzw. die auf dem Gebiet Ausbildung bzw. Erfahrung mitbringt. Das Thema hat derzeit keine Priorität, aber ich schließe es auch nicht aus.

Martina Sperl  – Polsterei
• Abgeschlossene Meisterprüfung als Tapeziererin und Dekorateurin.
• Seit 2011 selbstständig, seit drei Jahren mit ihrem Atelier am Grazer Lendplatz.
www.martinasperl.at

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