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Klimaschutz beginnt beim Essen

Kantinengespräch mit Andrea Gössinger-Wieser, Klimaschutzkoordinatorin beim Land Steiermark.

 

Fotos: Thomas Luef

Alles, was beim Land Steiermark mit Klimaschutz zu tun hat, hängt mit Andrea Gössinger-Wieser zusammen oder lag zumindest einmal in ihren Händen. Sie hat Biologie studiert und sich auf Umwelttechnik spezialisiert. Schon damals entstand der Wunsch, einmal für Umwelt und Klima eintreten zu wollen. Nach dem Studium war sie beim Klimabündnis Steiermark tätig, seit acht Jahren arbeitet sie beim Land Steiermark und ist dort für die Klimaschutzkoordination und Energieberatung verantwortlich. Ihren Job sieht sie weniger darin, mit erhobenem Zeigefinger vor den Auswirkungen des Klimawandels zu warnen und Konsumenten zu Umweltschützern umzuerziehen. Ihr ist Beratung wichtig, beim täglichen Energiesparen, bei Kindern und Häuslbauern. Weil sie auch aus Klimaschutzgründen ihren Fleischkonsum reduziert hat, kam auf den Teller des Kantinengesprächs nur gesunder Salat

Es wird eine neue Klima- und Energiestrategie geben. Was beinhaltet sie?
Gössinger-Wieser: Das Kerndokument beinhaltet einen Blick auf 2030 bzw. 2050, wir wollen bis dahin eine klimaneutrale und energiesichere Steiermark mit einer hohen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Qualität umgesetzt haben. Das Paris-Abkommen mit dem Ziel, dass die globale Erderwärmung nicht über 1,5 Grad steigen darf, ist dabei die Grundlage. Wir haben dieses Mal rund 300 Stakeholder eingeladen, die das Thema mitdiskutiert haben.

Wann wird die Politik damit an die Öffentlichkeit gehen?
Derzeit ist die Strategie zur Sichtung und soll im Juni Landesrat Anton Lang vorliegen.

Wo liegen die Probleme in der Steiermark?
Klimaschutz wird auf Europa-Ebene in zwei Bereiche geteilt: den Emissionshandel und Nicht-Emissionshandel, darunter fallen die Bereiche Konsum, KMU und Verwaltung. Damit beschäftigen wir uns in unserer Landes-Klimastrategie. In diesen Bereichen sind die Treibhausgase und der Energieverbrauch am höchsten in der Mobilität, gefolgt von der Landwirtschaft und dem Gebäudebereich. Der Anteil der Industrie an den Gesamttreibhausgasemissionen beträgt in der Steiermark rund 50 %, nur im Nicht-Emissionshandelsbereich spielt die Industrie keine so große Rolle. Klimaschutz heißt heute leider auch, für die Folgen des Klimawandels Maßnahmen zu finden. Der letzte Spätfrost ist so eine Auswirkung des Klimawandels. Die Herausforderungen sind vielschichtig.

Wo wird mit der Klimapolitik in der Steiermark angesetzt?
Positiv formuliert hat die E-Mobilität im letzten Jahr auf Landesebene Fahrt aufgenommen. Wenn der Strom auch aus dem erneuerbaren Bereich kommt, ist das eine sehr erfreuliche Entwicklung. Wichtig ist uns bei der Klimapolitik auch der Bildungsbereich und Aufklärung schon im Kindergartenalter. In unserer Energieberatung können sich Bauherren schon im Vorfeld über die energieeffizientes Bauen und Sanieren informieren. Seit zwei Jahren beraten wir armutsgefährdete Haushalte, die sich die Energie nicht mehr leisten können, wie und wo sie sparen können. Letztlich wird es aber nicht ohne unpopuläre Maßnahmen gehen, die auch den Konsumenten betreffen, etwa nicht jede Wegstrecke mit dem Auto zu fahren oder beim Konsum nachhaltig zu denken. Sonst schaffen wir den Ausstieg aus den fossilen Energien nicht.

Sie sind verheiratet und haben Kinder im Alter von 13  und 18 Jahren. Wie haben Sie Ihren Kindern das Thema Klima- und Umweltschutz mitgegeben?
Die haben das quasi von der Pike auf mitbekommen. Generell stelle ich immer wieder fest, dass Volksschulkinder heute über diese Themen schon gut informiert sind, kritisch wird es, wenn sie im Jugendlichenalter den Konsum-Lifestyle entdecken und mit Botschaften über Klimaschutz und entsprechende Werte schwerer zu erreichen sind.

Wo setzen Sie privat an, wenn es um Klimaschutz geht?
Ich bin bei uns zu Hause die Hausmeisterin. Wir haben Steckerleisten, damit am Abend alle Stromabnehmer ausgeschaltet sind. Bei den Leuchtmitteln bin ich schon früh auf Energiesparlampen umgestiegen, jetzt auf LED. Im Küchenbereich achte ich darauf, dass Geräte ausgetauscht werden, wenn sie den Kriterien der Energieeffizienz nicht mehr entsprechen. Mobil ist die Familie mit dem Fahrrad oder multimodal, also mit Rad und öffentlichen Verkehrsmitteln.

Wo tun Sie sich selbst schwer?
Beim täglichen Kampf gegen die Bequemlichkeit! Wenn es in der Früh regnet, man nicht mit dem Bus fahren will und der Einfachheit halber das Auto nimmt. Ich achte sehr darauf, mich nicht der Bequemlichkeit zu beugen und mich umweltfreundlich fortzubewegen. Doch manchmal darf es auch bei mir Ausnahmen von der Regel geben.

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Ab jetzt steht der "BUSINESS Monat" nun jedes Mal unter einem umfassenden Schwerpunkt-Thema. Im November: "History".

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