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Pimp my Wald!

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Frischluft für die Stadt 2.0: Der österreichische Pavillon für die EXPO 2015 in Mailand kommt aus der Steiermark. „Breathe Austria“ des Instituts für Architektur und Landschaft der TU Graz demonstriert die Leistungsfähigkeit der „Klimaanlage Wald“ und macht die Bedeutung von Luft, Klima und Energie für den Städtebau der Zukunft sinnlich erlebbar.

Text: Wolfgang Schober, Fotos: beigestellt

Sie stehen mitten im Wald und wundern sich. Denn es ist ein österreichischer Wald und Sie sind in Mailand. Hä? Haben Sie etwa „narrische“ Schwammerln gegessen? Nein, Pilze finden sich in diesem Wald genauso wenig wie Hasen und Rehe. Und doch: Es ist ein waschechter Wald von der Baumkrone bis zur Wurzelspitze. Und so fühlbar frisch und von reinster Luft durchdrungen. Also atmen Sie! Tief und fest! Breeeeeathe! „Breathe Austria“ – so der Titel des österreichischen Beitrags zur Expo 2015 in Mailand, in dessen Zentrum ein Stück Wald steht. 560 m2 Waldvegetation aus Österreich bilden das Herzstück des rot-weiß-roten Pavillons bei der diesjährigen Weltausstellung in Italien. Die bizarr anmutende Idee hat einen ernsten Hintergrund und repräsentiert gleichermaßen eine ökologische Vision wie eine technologische Innovation.

Federführend für das Projekt verantwortlich zeichnet Klaus K. Loenhart vom Institut für Architektur und Landschaft, der die Idee gemeinsam mit seinem Team entwickelte und sich damit bei einem Architekturwettbewerb gegen namhafte Konkurrenz durchsetzte. „Unser Institut beschäftigt sich seit Jahren mit dem Thema Luft und Klima in der Stadt sowie dem Bereich ,Smart Green‘. Wie lässt sich im urbanen Raum auf sinnvolle Weise mehr Grünraum schaffen, um die Luftqualität zu verbessern und einen positiven Klimabeitrag leisten?“ Ein Forschungsschwerpunkt, der auch in den Wettbewerbsbeitrag floss und das Know-how des Instituts in dem Expo-Projekt verdichtet. Was ist nun die konkrete Idee hinter „Breathe Austria“? Und was soll den erwarteten 20 Millionen Besuchern aus aller Welt mit dem alpenrepublikanischen Waldstück vermittelt werden? „Es geht nicht bloß um eine nette Idee“, betont Loenhart. „Der Pavillon ist kein Selbstzweck, sondern vielmehr für uns Prototyp für den Umgang mit den Themen Klima, Luft und Energie in der Stadt der Zukunft.“ Das beginne beim „Lebensmittel Nummer eins“: der Luft. „Unser Pavillon ist ein Luftkraftwerk, in das Besucher hineingehen und in einer sinnlichen Entdeckungsreise die Bedeutung des Rohstoffs Luft buchstäblich inhalieren können.“ Gerade in Graz sei das Thema Luftqualität, so der Architekt, ohnehin ein bekannt Problematisches, ähnlich in vielen Regionen und Städten auf der ganzen Welt. „Unser Wald in Mailand wird pro Stunde 62,5 kg frischen Sauerstoff erzeugen. Eine Menge, die den Bedarf von 1.800 Menschen pro Stunde deckt.“

Ebenso faszinierend: der klimatische Aspekt des Ökosystems Wald. „Wir erzeugen auf einer relativ kleinen Fläche klimatische Bedingungen, die sonst nur im Zentrum eines – vergleichsweise viel größeren – Waldstücks mit einem Hektar Grundfläche herrschen.“ Erreicht wird dieser Effekt, indem die Leistung der natürlichen „Klimaanlage Wald“ mithilfe technischen Know-hows noch getunt wird. 26 Ventilatoren spielen dafür eine maßgebende Rolle. Diese verblasen feinste Wassertröpfchen, die einerseits verdunsten, und sich anderseits auf den Blättern der Pflanzen absetzen, um danach ebenso zu verdunsten. Der Effekt: Verdunstungskühlung – die natürlichste Form der Air Condition. Die gesamte Blattoberfläche dieses Waldes – rund 43.200 m2 – kann auf diese Art für die maximale Kühlung genutzt werden. „Damit kann die Temperatur im Zentrum des Pavillons um fünf bis sieben Grad abgesenkt werden“, verkündet Loenhart. Pimp my Wald gewissermaßen!

So wird der österreichische Pavillon zu einer Klimaanlage ohne Klimagerät und verbraucht nur einen Bruchteil des Stroms einer herkömmlichen Klima­anlage. „Und vor allem entsteht dabei auch keine Abwärme, die sonst bei Klima­anlagen die Gebäude zusätzlich von außen aufheizen“, so der gebürtige Bayer, der seit 2007 einen Lehrstuhl innehat. „Kühlung wird das große Energiethema der Zukunft in den Städten. Schon heute wird mehr Energie fürs Kühlen als fürs Heizen aufgebracht.“ Umso wichtiger werden Lösungen, die diesen Herausforderungen begegnen. „Die Erkenntnisse unserer Forschung inklusive dieses Projekts fließen in konkrete Lösungen ein. So arbeiten wir etwa daran, wie wir mit dieser Methode Kindergärten und Schulen künftig mit frischer, kühler Luft versorgen können.“ Ein weiteres Highlight des Mailänder Walds, an dem eine Reihe verschiedener Fachplaner sowie die Boku Wien maß­geblich mitarbeiten, ist ein anderes Beispiel steirischer Innovationslust mit Potenzial: Auf dem Dach des Pavillons wird eine sogenannte Grätzelzelle, eine Solar­zelle, die auf Basis von Photo­synthese funktioniert, in Form einer Sonnenscheibe angebracht. Photosynthese meets Photo­synthese also – in einem österreichischen Wald in Mailand. Das muss man gesehen haben: von 1. Mai bis 31. Oktober 2015!

team.breathe.austria
Die Kreativköpfe hinter dem Projekt „Breathe Austria“:

  • • „terrain: architekten und landschafts­architekten BDA“ (Klaus K. Loenhart)
  • • Agency in Biosphere (Markus Jeschaunig)
  • • Hohensinn Architektur ZT GmbH (Karlheinz Boiger)
  • • LANDLAB, i_a&l, TU-Graz (Andreas Goritschnig und Bernhard König)
  • • Lendlabor Graz (Anna Resch und Lisa Enzenhofer)

www.terrain.de, www.expo2015.org

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