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BIO-BOOSTER FÜR DIE USA

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Eine Software, die Babynahrung sicherer macht, den Bio-Boom in den USA beschleunigt und den „Fairtrade“-Standard weltweit absichert? Eine Lebringer Hightech-Firma macht’s möglich und mittels innovativer Zertifizierungssysteme die Welt ein Stück fairer und nachhaltiger. Thomas Lorber und Franz Rauch von „Intact“ über Wachstum in der Nische und ihren jüngsten Kunden: das US-Landwirtschaftsministerium.

Text: Wolfgang Schober, Fotos: Oliver Wolf, beigestellt

Nebenerwerbs-Kürbisbauer und Vielflieger. Thomas Lorber ist schwer zu fassen. Soeben kommt er aus den USA zurück, die nächste Geschäftsreise steht unmittelbar bevor. Seine häufigste Destination derzeit: Washington. Seine Mission: Reisender in Sachen Bio. Aktivitäten, die freilich weniger mit seiner kleinen Landwirtschaft als mit seinem Hauptjob als Chef der Lebringer Softwareschmiede Intact zu tun haben. Diese schaffte im Land der unbegrenzten Möglichkeiten zuletzt einen besonderen Coup: einen Beratungsauftrag des USDA, des Landwirtschaftsministeriums der Vereinigten Staaten. Ein lukrativer und prestigeträchtiger Auftrag für die südsteirische 40-Mann-Firma, die mit einem Schlag auf Augenhöhe mit dem 200.000 Beschäftigte zählenden Verwaltungsriesen kooperiert. Seit Monaten geht Lorber im US-Regierungsviertel ein und aus. Dort berät Intact die US-Behörden bei der Entwicklung einer modernen Datenbank für biozertifizierte Betriebe. Konkret: Intact liefert das Know-how für die Erstellung einer Online-Datenbank, die präzise Informationen über sämtliche Firmen und Farmen mit Bio-Zertifizierung verwaltet und rasche Aktualisierungen erlaubt. 

„Der Bereich Bio boomt in den USA seit Jahren. Es gibt keine große US-Handelskette mehr, die nicht Bio-Labels im Sortiment führt“, verrät Thomas Lorber. Knapp 30.000 biozertifizierte Betriebe zählt das Land bereits, die Wachstumsraten sind zweistellig. „Die Nachfrage nach Organic Food steigt einerseits bei den Konsumenten, andererseits freut sich auch der Handel über die größeren Margen im Bereich Bio.“ Der Auftrag durch das USDA stellt den vorläufigen Höhepunkt einer Firmen-Erfolgsgeschichte dar, die den amerikanischen Kontinent bereits vor zehn Jahren erreichte. Seit 2005 beliefert Intact Zertifizierungsstellen in den USA mit Software und Know-how. „Wir können stolz behaupten, dass wir Marktführer in den USA sind. Rund 60 Prozent aller Bio-Betriebe des Landes werden mit unserer Software zertifiziert“, erklärt Lorber. Auch die weiteren Chancen seien enorm. „Die USA sind in den nächsten Jahren für uns ein großer Wachstums- und Hoffnungsmarkt.“ Bearbeitet wird dieser von einer eigenen US-Niederlassung – mit vier Mitarbeitern vor Ort.

Nicht nur in den USA, auch in Europa stehen die Zeichen für das südsteirische Unternehmen auf Wachstum: Das Geschäftsfeld von Intact – Zertifizierungs- und Auditmanagement mittels innovativer Softwarelösungen – mag begrifflich etwas sperrig daherkommen, lässt sich jedoch am besten anhand eines aktuellen Großkunden erklären: Hipp Babynahrung. „Claus Hipp steht mit seinem Namen für die Reinheit und Qualität seiner Produkte“, erklärt Franz Rauch, gemeinsam mit Thomas Lorber Gründer und Geschäftsführer von Intact. „Ein Lebensmittelskandal wäre für die Marke Hipp mit einem enormen Schaden verbunden. Umso wichtiger ist für das Unternehmen eine lückenlose Kontrolle sämtlicher Lieferanten entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von den Bauern über die Verarbeiter bis zur Abfüllung ins Glas. Unser System liefert Hipp die Werkzeuge, das Risiko für Fehler zu minimieren.“ Wichtigstes Tool dabei: die eigens entwickelte Software „Ecert“. Sie ermöglicht eine schnelle, effiziente Auditierung der Lieferanten, das Management von Checklisten, Abweichungen und Maßnahmen zur Korrektur sowie einen Datenaustausch in Echtzeit – unterm Strich: Der Auftraggeber weiß zu jeder Zeit, welche Zulieferer die hohen Qualitäts- und Sicherheitsstandards aktuell erfüllen. Lebensmittelsicherheit, proaktiv gemanagt. Rauch: „Damit hat das Unternehmen – von der Ernte am Feld weg bis zum fertigen Produkt – die lückenlose Qualitätskontrolle über seine Lieferkette.“

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Ein System, das nicht nur Lebensmittelerzeuger nutzen, sondern vor allem auch Güte-siegel-Herausgeber und Zertifizierungsstellen. Letztere sind akkreditierte Einrichtungen, die landwirtschaftliche und verarbeitende Betriebe auf die Einhaltung bestimmter Qualitätsstandards hin prüfen und mit Gütesiegeln und Labels zertifizieren. Da diese Gütesiegel in den letzten Jahren einen regelrechten Boom erlebten, vergeben Zertifizierungsstellen in der Regel Zertifikate für unterschiedliche Gütesiegel aus einer Hand. Ein- und derselbe Betrieb kann daher von einer Zertifizierungsstelle auf mehrere Standards hin geprüft werden bzw. auch mehrere Gütesiegel erhalten – z. B. „Austria-Bio-Garantie“, „Ama-Biozeichen“, „EU-Bio-Siegel“ etc. Eine Software, die diese Komplexität „mitdenkt“, war den Zertifizierern daher hochwillkommen – ein Mehrwert, den „Ecert“ leisten kann. „Der Start unseres Unternehmens fiel gerade in die Zeit der aufkommenden Label-Vielfalt. Da eine Zertifizierungsstelle mittels Ecert in einem Kontrollvorgang bei einem Betrieb gleich mehrere Standards abbilden kann, war unser System von Beginn weg gefragt. Es ermöglicht den Anwendern effizienter zu arbeiten.“ Auch die sogenannten Standard-Setter, Institutionen oder Firmen, die die Gütesiegel auf den Markt bringen, greifen auf die Audit- und Zertifizierungshilfe von Intact zurück. Eine Reihe prominenter Labels wird heute mit der Software aus der Südsteiermark zertifiziert. Darunter globale Top-Labels wie das „Fairtrade“-Gütesiegel oder das „MSC“-Label, das „Marine Stewardship Council“ – es zertifiziert Fischfang-Betriebe aus dem Bereich nachhaltiger Fischerei. Der Sitz des Councils ist in London, bereits knapp neun Prozent der weltweiten Fischfangmengen sind MSC-zertifiziert. Ein weiteres wichtiges internationales Siegel ist das Non-GMO-Label in den USA: Es bezeichnet gentechnikfreie Produkte und erlebt wie das Bio-Siegel einen Hype in Amerika. Lorber: „Es ist das am stärksten wachsende Label überhaupt.“

Ein wesentlicher Faktor bei der Gütesiegel-Vergabe im Bio-Bereich bildet das Thema Betrugsbekämpfung bzw. -vermeidung. „Denn Bio ist auch ein großes Geschäft, das manche animiert, sich auch auf unlautere Weise Vorteile zu verschaffen“, erklärt Thomas Lorber. „Von Süditalien weiß man längst, dass dort auch die Mafia stark mitmischt.“ „Umso wichtiger sind Lösungen, die Betrügern weniger Möglichkeiten einräumen“, ergänzt Franz Rauch. „Zu 100 Prozent verhindern wird man Betrugsfälle auch mit der besten Software-Lösung nie können“, räumt er ein, „aber unser System liefert Instrumente, die einen Missbrauch deutlich erschweren und das Aufdecken eines Betrugs erleichtern.“ Thomas Lorber: „Wundersame Mengen-Vermehrungen sind dadurch ausgeschlossen. Es kann am Ende der Kette nicht mehr landwirtschaftliche Ware rauskommen, als im gesamten Prozess an Produktionskapazitäten vorhanden war. Solchen Betrügereien kann man einen Riegel vorschieben.“ Auch die jüngste Innovation aus dem Haus, ein QR-Code auf dem Zertifikat, das eine Echtzeit-Abfrage über den tatsächlichen Zertifizierungsstatus des Betriebs erlaubt, steigert die Sicherheit in der Lieferkette.

Mit fokussierten Lösungen und maßgeschneiderten Produkten schaffte es Intact zum Marktführer im Bio-Bereich und zu einem weltweit führenden Zertifizierungs-Spezialisten. Auch auf dem australischen Markt ist das Unternehmen aktiv. „Wir sehen auch dort hervorragende Wachstumsmöglichkeiten.“ Entscheidender Erfolgsfaktor ist das Branchen-Know-how, „Dadurch, dass wir beide aus der Landwirtschaft bzw. der Lebensmittelbranche kommen, verstehen wir die Anforderungen unserer Kunden viel besser“, so Franz Rauch, ausgebildeter Lebensmitteltechnologe, der wie Lorber vor der Gründung von Intact für eine landwirtschaftliche Erzeugergemeinschaft tätig war. Dennoch sieht das Unternehmen gerade auch bei der Gütesiegel-Vergabe im Non-Food-Bereich zusätzliche Wachstumsmöglichkeiten: Vermehrt zählen auch Technik-Firmen und -Institut-ionen zu den Auftraggebern von Intact: wie etwa TÜV Süd oder die TU Graz, die mit der Lebringer Software Baustoffe zertifizieren lässt. „Prozesstechnisch spielt es nämlich keine große Rolle, ob mit unserem System Bio-Zertifi-zierung oder generell Qualitätsmanagement in der Lieferkette betrieben wird.“  Dazu passt auch ein noch junger Kunde der Steirer: die „Alliance for Responsible Mining“ (ARM), ein Fairmined-Standard für Gold und andere Metalle, mit dem Ziel, faire Arbeitsbedingungen im Kleinst- und Kleinbergbau beim Abbau dieser Metalle zu schaffen. Sitz der ARM ist in Kolumbien. „Die Zeichen stehen bei uns ganz klar auf Wachstum“, resümieren Thomas Lorber und Franz Rauch. „Wir haben hervorragende Mitarbeiter und uns eine ausgezeichnete Position in einem Nischen-Wachstumsmarkt geschaffen. Daher gehen wir davon aus, dass wir uns in den nächsten fünf Jahren verdoppeln werden.“ 

 

Intact Consult GmbH

Gegründet von Franz Rauch, Thomas Lorber, Hans Fruhmann und Peter Krainer im Jahr 2001, Sitz in Lebring (Impulszentrum der SFG). Intact entwickelt und vertreibt Lösungen für Audit- und Zertifizierungs­management, Warenrückverfolgbarkeit und Qualitätsmanagement.

Produkte: 

Ecert, Flowweb, Nutriweb. Kunden sind internationale und nationale Gütesiegel-Herausgeber, Standard-Setter, Kontroll- und Zertifzierungsstellen sowie Lebensmittelhersteller und -Händler.

Zu den Kunden zählen:
Flocert (Organisation hinter „Fairtrade“), MSC – Marine Stewardship Council, Non-GMO-Project („gentechnikfrei“), USDA, COOP (Schweiz), Zertifizierungsstellen aus Australien, ARM (Fairmining, Kolumbien), TÜV Süd, TU Graz, Hipp, Austria Bio Garantie, Schirnhofer, Lugitsch. Im Jahr 2014 wurden mit der Software Ecert in 137 Ländern rund 90.000 Betriebe zertifiziert. Derzeit rund 40 Mitarbeiter, 4 Mio. Euro Umsatz, Export: 85 Prozent.

www.intact-systems.com

 

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