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Arbeitswelt 4.0

Der Gastkommentar im BUSINESS Monat mit Karl-Heinz Snobe, Geschäftsführer AMS Steiermark.

©AMS/Frankl

Industrie 4.0, Smart Production, Smart Factory – schon die Vielfalt der Begriffe zeigt, dass wir es mit einer Entwicklung mit unterschiedlichen Systemansätzen zu tun haben. Wirtschafts-, Zukunfts- und Arbeitsforscher sind sich nicht einig darüber, in welchem Ausmaß, in welchen Bereichen und mit welchen Wirkungen die Digitalisierung die Arbeitswelt verändern wird. Einig ist man sich mittlerweile, dass der verstärkte Einsatz von „intelligenten“ Maschinen in Produktion, Verwaltung und sich Dienstleistung voll im Gang ist und die Herausforderungen an die Qualifikation der neben und mit den Maschinen mit smarter Technologie arbeitenden Menschen bereits ändern.

IT-Fähigkeiten gewinnen deutlich an Bedeutung, dazu kommt die Fähigkeit, Prozesse erkennen und steuern zu können, flexibel und vernetzt zu sein. Das weite Feld des Selbstmanagements wird eine Kernqualifikation darstellen. Der Mensch wird in der Produktion oder in der Verwaltung immer weniger selbst Hand anlegen, sondern stärker die intelligente Maschine überwachen. Bei der Unterstützung des Aufbaus einer bedeutenden Produktion in Graz lässt sich diese Entwicklung gut nachzeichnen. Es werden zusätzlich 3.000 Arbeitskräfte gebraucht, vor 10 Jahren hätte dasselbe Produktionsvolumen aber 50 % mehr Personal benötigt. Die Qualifikationen haben sich ebenfalls verschoben in 20 % hochqualifizierte und 80 % speziell angelernte Fachkräfte.

Die Extremversion zur „Arbeitswelt 4.0“ sagt voraus, dass es nur mehr zwei Arten von MitarbeiterInnen geben wird: Die, die Computern sagen, was sie tun müssen, und jene, denen der Computer anschafft, was auszuführen ist. Reflexartig gibt es dazu die Befürchtung, Maschinen würden Menschen verdrängen und Massenarbeitslosigkeit erzeugen. Und ebenso reflexartig kommt das Gegenargument zur Beruhigung, wonach auch die Erfindung des Webstuhls zunächst Arbeitsplätze vernichtet, in der Folge aber wesentlich mehr Arbeitsplätze geschaffen habe. Ich meine, es ist aktuell nicht absehbar, wie die Bilanz dieser Entwicklung aussehen wird. Ich bin aber überzeugt davon, dass man technologische Entwicklungen durch nichts stoppen kann. Wenn wir sie negieren, werden andere sie sich zunutze machen und wir verlieren auf jeden Fall Arbeitsplätze.

Man kann Entwicklungen aber steuern. Dafür müssen die eingangs genannten Begriffe, die sich in erster Linie mit technologischen oder organisatorischen Aspekten beschäftigen, um eine gesamthafte Diskussion zur „Arbeitswelt 4.0“ erweitert werden. Sehr spannend finde ich dazu die Bemühungen eines weststeirischen Industriellen, der sich im Rahmen einer smarten Produktion bewusst bemüht, die technologischen Möglichkeiten an die bestehenden Kompetenzen der MitarbeiterInnen anzupassen. Er hat die Vision, dass in seinen Teams die Uniabsolventin neben einem Kollegen mit Behinderung arbeitet.

Darüber hinaus ist der Begriff „Arbeitsplatz“ eine Definitionsfrage. Heute wird Arbeit über ein Versicherungssystem definiert. Das weite Spektrum der (noch) unvergüteten Arbeit in der Familie, der gemeinnützigen Arbeit oder ehrenamtlichen Arbeit in Vereinen und Institutionen wird in der Betrachtung außer Acht gelassen. Insgesamt droht uns die Arbeit sicher nicht auszugehen. „Arbeitswelt 4.0“ ist vielmehr eine politische Gestaltungsaufgabe, für die eine Vision gefordert ist.

Schwerpunkt Thema

Ab jetzt steht der "BUSINESS Monat" nun jedes Mal unter einem umfassenden Schwerpunkt-Thema. Im November: "History".

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