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Bentleys fürs Kinderzimmer

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Mit außergewöhnlichen Designs, nachhaltigem Denken und Verständnis für die Bedürfnisse von Kindern schafften es die Produkte des Grazer Labels perludi bereits in Kinderzimmer auf der halben Welt. Firmengründer und Designer Thomas Maitz über seine Produktphilosophie, den Hauptmarkt Frankreich, eine E-Mail von Robbie Williams und die Hintergründe seiner neuen Vertriebsoffensive.

Text: Wolfgang Schober, Fotos: Oliver Wolf, Perludi

 

Thomas Maitz hat einiges um die Ohren. Buchstäblich. An sein rechtes Ohr dringt das Bellen von Mischlingshund Johnny, der es gerade mit den Glocken der Pfarrkirche St. Andrä aufnehmen will, das linke Ohr beansprucht ein Smartphone. Der Sohnemann am anderen Ende der Leitung drängt seinen Vater auf Bekanntgabe des Wochen­endprogramms. Dabei kehrte Thomas Maitz gerade erst von einer Dienstreise aus Taipeh zurück, ist den ersten Tag wieder voll im Geschäft in der Grazer Kernstockgasse und hat – wie erwähnt – allerhand um die Ohren. Eigentlich ein ganz normaler Arbeitstag im Leben eines dreifachen Vaters und international tätigen Kinder­möbel-Designers. Trotz allem ganz entspannt führt uns der 44-Jährige durch den hellen Schauraum, ein Gutteil des perludi-Sortiments ist hier ausgestellt: das Regal- und Sitzmöbel „Pauli“, der höhenverstellbare Tisch „Caspar“, die gewitzte Tisch-Hocker-Kombi „MaxintheBox“ sowie das Gitterbett „Otto“. Designs, die Maitz nicht nur vertreibt, sondern die auch seiner gestalterischen Feder entstammen. Produzieren lässt der Designer vorwiegend bei einem Partnerbetrieb in Deutschland – nach höchsten handwerklichen Maßstäben sowie im Sinne größtmöglicher Nachhaltigkeit. „Wir verwenden ausschließlich Naturmaterialien wie Holz oder Loden. Alle Materialien sind nach dem Cradle2Cradle-Prinzip natürlich abbaubar oder wiederverwendbar“, erklärt Thomas Maitz seine Produktphilosophie. Diese gilt auch für das einzige nicht selbst kreierte Produkt, das im Schauraum ausgestellt ist: das modulare Kinderbett „Krethaus“, das von einem argentinischen Label stammt. perludi ist exklusiver Europa-Vertriebspartner. „Eigentlich sogar mehr als das. Denn wir lassen Krethaus auch in Europa produzieren, weil uns die Qualität der Produktion in Südamerika nicht überzeugte. Unsere Kunden wissen das zu schätzen.“ Darunter auch der eine oder andere prominente Zeitgenosse – manch einer sogar mit ausgeprägter „Feel“-Neigung. „Eines Tages trudelte eine Kinderbett-Bestellung vom Management von Robbie Williams aus England bei uns ein“, verrät der gebürtige Feldbacher lächelnd. „Offensichtlich war er gerade zum zweiten Mal Vater geworden.“

Gründung auf der Alm

Begonnen hat die Geschichte von „perludi – great design for small people“ vor knapp zehn Jahren auf einer Alm. Junge Eltern bzw. Familien­gründer in spe mit unterschiedlichen beruflichen Hintergründen trafen sich inklusive einer Kinderschar in einem aufgelassenen Gasthaus bei Semriach. Gemeinsam wollte man Vision und Strategie einer Projektidee von Thomas Maitz erarbeiten – die Gründung eines Unternehmens für hochwertiges Möbeldesign für Kinder. Das Ziel lautete, Design, Nachhaltigkeit, Fairness und Wirtschaftlichkeit unter einen Hut zu bringen. Die Geburtsstunde von perludi. Zu dieser Zeit war der gelernte Tischlermeister und langjährige Projektleiter der Tischlerei Prödl in der Südoststeiermark gerade als erfolgreicher Innenarchitekt vor allem in Wien tätig. Bei Besuchen internationaler Möbel­messen fiel ihm auf, dass gerade das Segment qualitativen Möbeldesigns für Kinder kaum existent war. „Es gab so gut wie keine Angebote in diesem Bereich, von dem eines schwedischen Möbelhauses einmal abgesehen. Gleichzeitig habe ich hier einen großen Bedarf gesehen.“ Zudem war er als junger Vater dreier Kinder mit dem Thema tagtäglich hautnah konfrontiert. Sein Credo zu Beginn? „Kinder­möbel dürfen nicht einfach ein Abklatsch von Erwachsenenmöbeln sein.“ Vielmehr lautete der Anspruch, außergewöhnliches, sicheres und kindergerechtes Design von hoher Funktionalität und einer Qualität, die Generationen übersteht, zu schaffen. Bereits das allererste Design aus seiner Kreativwerkstätte, der Würfelhocker „MaxintheBox“, wurde ein großer Erfolg. Nach und nach wuchs eine kleine, aber feine Produktfamilie heran. Parallel dazu konnte Maitz ein internationales Händlernetz aufbauen.

Early Birds im Kinderzimmer

„Da wir mit unseren Produkten sehr früh am Markt waren, genießen wir eine hohe Glaubwürdigkeit und profitieren noch heute von unserem Image als Early Birds. Zudem haben wir uns als Marke von Anfang an im High-End-Segment positioniert. Wir sind gewissermaßen der Bentley unter den Kindermöbelerzeugern“, betont Maitz. Neben dem deutschsprachigen Markt ist heute vor allem Frankreich ein bedeutender Zielmarkt. „Das liegt auch am hohen Stellenwert von Kindern in der französischen Gesellschaft. Wohlhabende Familien haben in Frankreich generell mehr Kinder als hierzulande. Und statt wie bei uns Geld ins Prestigeobjekt Auto zu investieren, geben die Franzosen lieber mehr Geld für ihren Nachwuchs aus.“ Neben Frankreich sind auch die USA ein zunehmend wichtiger Markt, Asien gilt als großer Hoffnungsmarkt. Der jüngste Auslandsaufenthalt von Thomas Maitz in Taiwan, wo er sich auf Einladung von Design Austria aufhielt, verlief jedenfalls vielversprechend.

„Kindermöbel dürfen nicht einfach ein Abklatsch von Erwachsenen­möbeln sein.“ Thomas Maitz

Neue Offensive im Vertrieb

Die Bearbeitung des asiatischen Markts ist Teil einer strategischen Neuausrichtung, die der Firmenchef seinem Unternehmen derzeit verordnet. Das übergeordnete Ziel: „Wir wollen in die Offensive gehen. Die Marke ist zwar gut etabliert, aber nun ist es Zeit für die nächste Entwicklungsstufe und einen größeren Wachstumsschritt. Es ist Zeit, dass das Unternehmen abhebt“, bringt es Maitz auf den Punkt. Die Neustrukturierung findet auf mehreren Ebenen statt – und betrifft den Vertrieb ebenso wie die Finanzierungsbasis des Unternehmens. „Wir wollen uns mehr und mehr von der klassischen Bankenfinanzierung lösen. Die Banken sind leider selbst schwer unter Druck geraten. Vertrauensvolle, stabile Partnerschaften mit Kreditinstituten sind zunehmend schwierig“, so Maitz, der künftig verstärkt die Möglichkeiten von Crowdfunding sowie von partnerschaftlichen Finanzierungsmodellen gemeinsam mit den Kunden nutzen möchte. Zudem holte sich Maitz zuletzt kapitalkräftige Investoren an Bord – darunter den Spross einer bekannten oberösterreichischen Industriellenfamilie. Gespräche mit einem weiteren Investor sind noch im Gange. Maitz: „Ein zusätzlicher Partner wäre noch willkommen.“ Schließlich ist der Kapitaleinsatz für das Geschäftsmodell des Unternehmens nicht zu unterschätzen, da internationale Händler on demand bestellen und perludi stets Produkte auf Lager vorproduziert. „Zudem wird die Zahlungsmoral im B2B-Bereich immer schlechter“, verrät der Firmenchef. Ein Grund, warum Thomas Maitz künftig auch den Vertrieb anders gewichten möchte. „Derzeit liegt der Fokus auf unseren Resellern, künftig wollen wir aber viel stärker als Direktverkäufer agieren.“ Damit erhöhen sich die Margen, der Kapitaleinsatz verringert sich – und die Marke wird gestärkt. Win-win-win für das Unternehmen. Eine Neuaufstellung, in die in den nächsten Monaten viel Arbeit und Energie fließen wird. Daneben arbeitet der Designer stets auch daran, das Produkt­sortiment weiter auszubauen und zu optimieren. Dazwischen stehen Auftritte wie zuletzt in Taiwan am Programm. Oder Thomas Maitz wird überhaupt gleich als Kurator für internationale Messen beauftragt – wie etwa für die „Kind & Jugend“, die größte Branchenmesse der Welt in Köln, wo der Kindermöbelspezialist den Design-Bereich kuratiert. Sein großes internationales Netzwerk und unzählige Kontakte bescherten ihm diesen Zusatzjob. Somit bleibt wohl garantiert: Thomas Maitz wird auch weiterhin einiges um die Ohren haben – ob mit oder ohne Johnnys Gebell. 

perludi

Gegründet 2007 von Thomas Maitz und einigen Mitstreitern. perludi steht für hochwertiges Produktdesign für Kinder. Nachhaltigkeit, Fairness und kindergerechtes Design sind zentrale Firmenwerte. Betten, Regal- und Sitzmöbel, Tische und Tisch-Sessel-Kombis von perludi gehen an Kunden bzw. Kinder in aller Welt. Zusätzlich besteht eine Vertriebspartnerschaft mit dem Label „Krethaus“. Der gelernte Tischler arbeitete erst als Projektleiter in der Tischlerei Prödl sowie als erfolgreicher Innenarchitekt, ehe er sich selbstständig machte. Maitz hat drei Kinder im Alter von 13, 15 und 18 Jahren.
www.perludi.at

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