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Menschenfreund mit Geschäftssinn oder Erfolgsunternehmer mit sozialem Gewissen: Der Kapfenberger Franz Matauschek führte seine Fenstermanufaktur „Alutechnik Matauschek“ mit ruhiger Hand und mutigen Ideen an die Spitze einer Qualitätsnische. Zu Besuch bei einem außergewöhnlichen Handwerksbetrieb.

Text: Wolfgang Schober, Fotos: Oliver Wolf, beigestellt

 

Bist du wuggi? Oder zumindest wooky? Ohne sich verlegen am Kinnbart zu kratzen oder an seinem markanten Haarzopf zu zupfen, würde einer wie Franz Matauschek diese Frage jederzeit begeistert mit Ja beantworten. Nicht aus Koketterie, sondern weil der Kapfenberger sich dazu bekennt, anders zu sein. Der Chef von Alutechnik Matauschek und Gründer des Vereins „The wooky people“ ist der seltene Glücksfall eines erfolgreichen, erdigen Unternehmers und gleichzeitig kreativen Querkopfs mit Herz und Esprit. Schräg und grade zugleich – eine wohl­tuende Kombination. Und ein Mix, der offenkundig auch seinem Unternehmen Schwung verleiht. Die Auftragslage der Fenstermanufaktur Matauschek ist jedenfalls bestens, das Geschäft brummt.

Inspirationen und Innovationen

Auch, wenn die Sicht am Tag unseres Besuchs bei leichtem Oktobernebel etwas eingeschränkt ist, der Weitblick des 45-Jährigen ist ungetrübt. In jeder Beziehung. Für einen faszinierenden Rundumblick aus dem Besprechungsraum sorgen die XL-Glaswände, die die Sicht auf das umliegende Bergland zwischen Kapfenberger Schlossberg und Pötschen freigeben. Von der Decke über dem Tisch strahlen Abbildungen von Fresken aus der Sixtinischen Kapelle in Rom – mit Michelangelos „Erschaffung Adams“ als zentralem Motiv, Sinnbild des göttlichen Funkens, der die Menschheit buchstäblich inspiriert.
Inspirationen sind auch Franz Matauschek alles andere als fremd. Angereichert um Transpirationen verwandelt sie der Obersteirer in Innovationen und schließlich in Markterfolge. Eine dieser Innovationen umgibt den Raum, in dem wir uns mit dem Firmenschef befinden: die Hebeschiebetüren-Konstruktion Sologlas, eine Wintergarten-Lösung, die optische Eleganz mit Top-Dämmwerten und vollautomatischer Bedienbarkeit verbindet. „Ein System, in dem sehr viel Know-how und viel Forschungsarbeit steckt“, erklärt Franz Matauschek. „Durch seine optische Wirkung kommt das Sologlas gerade bei Architekten besonders gut an.“
Dabei waren Glasfassaden und Wintergärten nicht seit jeher im Programm des Unternehmens, vielmehr sind sie gewissermaßen Derivate des Urprodukts, des Alufensters. Dieses spielt freilich auch heute noch eine zentrale Rolle, aus ihm hat sich aber längst eine wahre Produktfamilie herausentwickelt. Allen Produkten aus der Kapfenberger Manufaktur gemeinsam ist ihr hoher Qualitätsanspruch, die exakte Verarbeitung und das innovative Element. Sichtbar wird dies am Dachflächenfenster „Wing“, das von Matauschek in europaweit einzigartigen Dimensionen produziert und ausgeliefert wird. Diese erfreuen sich seit Jahren vor allem in Wien größter Beliebtheit. Dort kommt es bei Dachgeschossausbauten zum Einsatz, schließlich schafft das Aufkippen dieses Fensters in eine waagrechte Position gewissermaßen eine künstliche Terrasse auf denkmalgeschützten Dächern und erhöht die Wohnqualität für den Immobiliennutzer massiv. „Damit schaffen wir ein Tor zum Himmel“, freut sich der Unternehmer. „Der Clou ist die Größe der Fenster, die bis zu 15 Quadratmeter umfassen können. Das bedeutet höchste Anforderungen an die Steifigkeit der Konstruktion. Ich kenne niemanden, der diese Qualität sonst noch liefern könnte.“ Daher sei auch die Nachfrage aus Wien ungebrochen groß. „Graz ist aufgrund des bekanntlich strengen Altstadtschutzgesetzes derzeit leider kein Markt.“

„Nur Mitarbeiter mit Freude an der Arbeit können für den Kunden ein Produkt von hohem Wert schaffen.“ Franz Matauschek

Eine „Luftidee“ als Erfolgsbringer

Hirnschmalz auf höchster Ebene floss auch in eine Entwicklung, die zentraler Bestandteil fast aller Produkte aus Kapfenberg ist: das Dämmsystem Bionium. Sieben Jahre forschte ein kleines Team in der Firma – rund um Franz Matauschek und dessen Vater – an dem revolutionären Füllmaterial, das den beeindruckenden Dämmwert eines 25 cm Ziegels erreicht. „Die Rezeptur dafür umfasst eine A4-Seite und liegt bei uns im Safe“, lächelt Matauschek, der aber die entscheidende Zutat für das Hightech-Material freimütig nennt: Sauerstoff. „Mit dem Bionium ist es uns gewissermaßen gelungen, Luft einzufangen und als Dämmstoff nutzbar zu machen.“ Auf die „Luftidee“ kam er aufgrund seiner Leidenschaft für Eisbären. „Deren Fellhaare sind hohl und sorgen auf diese Weise für beste Wärmedämmung. Ein Prinzip, das wir auf unsere Entwicklung übertragen konnten“, freut sich Matauschek.
Aber nicht nur das Dämmsystem für die Fensterelemente stammt aus eigener Produktion. Untypisch für die Branche, entwickelt und erzeugt das steirische Unternehmen alle relevanten Komponenten und Systeme selbst – von eigenem Fensterprofil bis zum Wintergarten und Dachflächenfenster. „Wir wollen keine fertigen Profile von großen Herstellern kaufen – darauf legen wir großen Wert.“ Auch auf das Handwerkliche der Produktion achtet der Firmenchef. „Wir wollen kein Industriebetrieb sein und am Fließband arbeiten, sondern an einem Werkstück Hand anlegen. Ich will, dass die Mitarbeiter die Profile und die Form der Kanten mit eigenen Fingern spüren. Das ist nicht nur für die Qualität des Produkts wichtig, sondern auch für die Lebensqualität der Mitarbeiter“, ist der Unternehmer überzeugt. „Ja, ich glaube, dass Menschen, die im Handwerk arbeiten, glücklicher und zufriedener sind. Mit eigenen Händen etwas zu schaffen, ist immer noch die beste Burn-out-Vorsorge.“

Der Mensch im Fokus

Auch die Unternehmenskultur hält der Philantrop, der sich auch stark karitativ engagiert, für eine Bringschuld des Unternehmers. „Gerade in der heutigen digitalen und schnelllebigen Zeit, in der so viele Menschen verunsichert sind, ist es umso wichtiger, ihnen mit Toleranz und Respekt entgegenzutreten. „Bei all unserem Tun soll immer der Mensch im Vordergrund stehen.“ Eine Wertschätzung, die auch auf die Wertschöpfung wirkt – nur Menschen, die in Balance sind, können auch für den Kunden emotional hochwertige Produkte schaffen“, betont Matauschek, als er mit uns durch die 8.000 Quadratmeter große Produktion spaziert. Der Eindruck bestätigt die Ausführungen des Firmenchefs. In den sauberen und geräuscharmen Werkshallen arbeiten die Menschen konzentriert, aber mit heiterer Gelassenheit. Kaum einer, der mit dem Chef im Vorübergehen nicht kollegial scherzt. „Manchmal muss ich den einen oder anderen sogar nachhause schicken, wenn sie zu lange arbeiten. Dann sag ich, Jetzt schleich dich ham“, lacht Matauschek, der auf einen Ein-Schicht-Betrieb Wert legt. „Länger als der Chef soll keiner in der Firma anwesend sein.“
Seit klein auf arbeitet Matauschek bereits im Unternehmen mit, das der Urgroßvater 1913 als Huf- und Wagenschmiede gegründet hat. Vor rund zehn Jahren übernahm Franz IV. schließlich von seinem Vater und traf eine strategische Entscheidung. „Wir haben gesehen, dass der klassische Häuslbauer ausstirbt. Das heißt, unsere einzige Chance war, auf den Nischenmarkt im höchsten Qualitätssegment zu setzen.“ Der Erfolg gibt der Strategie Recht. Auch der Marktradius hat sich sukzessive erweitert. Das Unternehmen ist heute in ganz Österreich und Süddeutschland tätig. „Weiter hinaus wollen wir aber nicht“, so der Unternehmer. „Von der Qualität her könnten wir in ganz Europa agieren, aber das widerspräche unsere Philosophie.“ Auch im Einkauf konzentriert sich die Firma auf österreichische Zulieferer und verzichtet auf Billig-Aluminium-Exporte aus dem Ausland. „Unser Aluminium ist zu 98 Prozent Recyclingware, auch das Glas stammt aus Österreich. Dadurch zahlen wir mehr, aber wir stärken die regionale Wirtschaft und leisten auch ökologisch unseren Beitrag.“ Und das ist weder wuggi noch wooky! 

Alutechnik Matauschek

Gegründet 1913 als Huf- und Wagenschmiede von Franz Matauschek I. Der Vater des jetzigen Firmenchefs startete mit der Produktion von Alufenstern in den 60er-Jahren. Heute ist das Familienunternehmen führender Qualitätsanbieter von Alufenstern, Glasfassaden, Wintergärten, Dachflächenfenstern, Hebeschiebetüren etc. Mit zahlreichen Innovationen sorgt das Unter­nehmen für Aufsehen, darunter die Entwicklung des revolutionären Dämmsystems Bionium (Gewinner des „Fast Forwad Award“). Derzeit rund 75 Mitarbeiter. www.matauschek.com

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