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Ideen für den Wipfel des Erfolgs

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Die Steiermark ist Wald-Hochburg und Holzverarbeitungs-Hotspot, aber zunehmend auch Kreativlabor für Unternehmen mit neuen Ideen rund um Forst und Holz. Ein Streifzug durch einen Wald an Innovationen: Hightech-Drohnen für die Baumgesundheit, Surfbretter aus Leichtholz oder Luxusvillen aus Holzspanten.

 


Text: Wolfgang schober, Fotos: Jorj Konstantinov, Tom Leitner, JUFA Hotels, Oliver Wolf, beigestellt

Über allen Wipfeln ist Ruh. Doch darunter herrscht Dynamik. Denn von der Wurzel bis zur Krone ist die heimische Wirtschaft auf Holz eingestellt. Die Bedeutung der heimischen Forst- und Holzwirtschaft für unser Bundesland demonstriert ein Ast an Zahlen: Fünf Milliarden Euro an Wertschöpfung generiert das gesamte Holz-Business hierzulande. 55.000 Menschen sind darin beschäftigt. Ein Sechstel der Wirtschaftsleistung der Steiermark entfällt auf Forst und Holz. Mit 1,006 Millionen Hektar ist die Steiermark das waldreichste Bundesland der Republik. 303 Millionen Kubikmeter Holz bevorratet der steirische Wald. Und alle vier Sekunden wächst ein Kubikmeter nach.

Holzwertschöpfung

 Der „Holzweg“ führt durch unterschiedliche Branchen und erfasst sämtliche Verarbeitungsstufen. Weit verzweigt ist das Netzwerk an Betrieben entlang einer baumlangen Wertschöpfungskette – von der Urproduktion bis zur Veredelung. Große Player und Industriebetriebe befinden sich darunter ebenso wie eine Vielzahl heimischer KMU und Gewerbeunternehmen: Forstbetriebe, Sägewerke, Transportunternehmen, Zimmerei- und Tischlerbetriebe und Unternehmen der Holzindustrie sowie der Papier- und Zellstoffindustrie. Ein Großteil des heimischen Rundholz findet in der Bauwirtschaft Verwendung. Betriebe wie Mayr-Melnhof Holz produzieren Schnittholz und sorgen für deren Weiterverarbeitung zu Brettschichtholz sowie maßgeschneiderten Massivholz-Elementen für den Einsatz auf der Baustelle. Dazu zählt auch das Angebot innovativer Brettsperrholzmodule. Ein wahrer Exportschlager, auf den auch Marktpionier KLH Massivholz aus Katsch/Murau seit Jahren erfolgreich setzt.
Grenzüberschreitend erfolgreich sind auch mehr und mehr heimische Tischler- und Einrichtungsbetriebe, die mit hoher handwerklicher Qualität international überzeugen. Darunter die Riegersburger Tischlerei Radaschitz, Interieur-Experte Josef Göbel aus Fladnitz oder das Pöllauer Traditionsunternehmen Kapo/Neue Wiener Werkstätten.
Dazu kommen eine Reihe erfolgreicher Zimmererbetriebe wie die Holzbau-Sparten von Lieb Bau oder Kulmer Bau in der Oststeiermark sowie eine Riege großer Parkett-Spezialisten wie die Stia Holz­industrie in Admont, Weitzer Parkett in Weiz oder Scheucher Parkett in Mettersdorf am Saßbach. Bedeutende Arbeitgeber in der Holzwertschöpftungskette sind auch die Betriebe der Papier- und Zellstoffindustrie rund um Zellstoff Pöls, Sappi in Gratkorn oder Norske Skog in Bruck/Mur. Allesamt Betriebe, die gewissermaßen das Stamm-Kapital der heimischen Forst- und Holzwirtschaft sichern – und damit regionale Wertschöpfung und Beschäftigung in den Regionen. Massiv ist auch der Beitrag des Holzbaus zum Klimaschutz. Schließlich dienen Gebäude bzw. Produkte aus Holz über die gesamte Lebensdauer als wertvolle Kohlenstoffspeicher.

Frische Holz-Ideen

Zu den klassischen Branchen im Holz-Business gesellen sich aber auch zunehmend neue Anwendungen und Einsatzgebiete für den natürlichen Rohstoff. Innovative Start-ups und findige Jungunternehmer drängen mit flotten Holz-Ideen auf den Markt und dynamisieren die Traditionsbranche mit neuen Geschäftsmodellen. Immer häufiger kommen dabei Hightech-Innovationen, vielfach aus dem IT-Bereich, zur Anwendung.
Ein gutes Beispiel dafür liefert das Technologie-Start-up „Festmeter“ aus Leoben. Das Team rund um den Maschinenbauer Kurt Wöls entwickelte ein System, das den Schädlingsbefall in Wäldern eindämmen und damit Schaden von Forst und Forstbesitzern abwenden kann. Die Erfolgskomponenten dafür – eine hochauflösende Kamera, eigens entwickelte Multikop­ter und eine Datenanalyse-Software – wirken eher einem Science-Fiction-Streifen entnommen als der lange Zeit als konservativ geltenden Forstwirtschaft. Das Verfahren: Eine mit einer Hightech-Kamera ausgestattete Drohne überfliegt Waldgrundstücke im Rastersystem, durch die Auswertung der Bilder lassen sich geschädigte bzw. vom Borkenkäfer befallene Bäume identifizieren. Der Clou an der Sache: „Die Schädigungen werden einige Wochen, bevor das menschliche Auge sie wahrnehmen kann, erkannt“, betont Bernd Cresnar von „Festmeter“. Eine entscheidende Zeitspanne, in der das Ausbreiten des Schädlings forstwirtschaftlich verhindert werden kann. Zudem kann auch das befallene Holz bei rechtzeitiger Schlägerung noch in höherer Qualität verkauft werden als zu einem späteren Zeitpunkt, an dem der Schaden für das menschliche Auge bereits sichtbar eingetreten ist. Wald-Hightech mit ökologischem und ökonomischem Nutzen. Dementsprechend gut entwickelt sich die Nachfrage nach der Dienstleistung. Zu den Kunden zählen die Österreichischen Bundesforste, die Bayrischen Staatsforste sowie deren Pendants in Baden-Württemberg und Thüringen. Testprojekte laufen auch bereits in Skandinavien. Aufgrund des Klimawandels stehen die Vorzeichen für „Festmeter“ gut. Cresnar: „Schließlich setzen die klimatischen Veränderungen den Wäldern immer mehr zu und machen sie anfälliger für Schädlingsbefall.“

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Die perfekte Welle

Eine Holz-Innovation, die nach der perfekten Welle sucht, liefert die Entwicklung von Florian Hermann. In seinem Grazer Atelier „Hermanns Shaping“ kreiert der gelernte Innenarchitekt Surfbretter aus dem Werkstoff Holz. Kite- und Surfboards sowie Boards fürs Stand-up-Paddeling werden aus dem Plantagenholz Paulownia gefertigt – statt aus Schaumstoff, Epoxidharz & Co. „Surfboards sind üblicherweise schwimmender Sondermüll, der ewig nicht verrottet“, erklärt Hermann seine Motivation für die Entwicklung ökologischer Alternativen. Die Herausforderung, Stabilität und geringes Gewicht auszubalancieren, meisterte Hermann dank einer speziellen Wabentechnik im Board-Innenleben. Das Produkt ist bereits wellen- bzw. markttauglich, eine Vertriebsoffensive soll im Frühjahr starten.

Leimfreie Holzhäuser

Spätestens im nächsten Jahr zur Marktreife gelangen soll ein revolutionäres Holz-Architektur-Produkt aus dem Hause Strohecker Architekten. Die Luxusholzvilla „VillaVOOn“ ist eine hochwertige modulare Villa in neuartiger, mehrfach patentierter Holzspantenbauweise. Die Holzspanten – vergleichbar den Querrippen im Schiffsbau – interpretieren eine Jahrhunderte alte Bauweise neu und erlauben eine flexible und höchst ökologische Bauweise, die auf Holzschlagdübeln und Stecksysteme setzt und gänzlich auf Leim verzichtet. Ein Konzept, das Nachhaltigkeit in Errichtung und Betrieb betont. „Die Villen sind ideal als Ferien-, Wellness-, Jagd- bzw. Zweitwohnsitzhäuser geeignet“, erklärt Architekt Guido Strohecker. „Jedes Haus lässt sich individuell konfigurieren und personalisieren.“

Papier und Zellstoff aus der Steiermark

Die steirische Papier- und Zellstofferzeugung zählt zu den wichtigsten Industriesparten des Landes. Der Produktionswert der Branche belief sich im Jahr 2015 auf 1,415 Milliarden Euro. Mehr als 3.000 Mitarbeiter sind in den Betrieben der Papierindustrie beschäftigt. Internationale Marktführer wie Sappi, Norske Skog & Co. haben Produktionsstandorte in der Steiermark und sichern damit Beschäftigung vor allem in ländlichen Regionen. Zudem ist Papier – entgegen der landläufigen Meinung – längst absolutes Hightech-Produkt. In einer Papiermaschine steckt mehr Technik als in einem Jumbojet, betonen Branchenvertreter.


Die fünf Betriebe der steirischen Papierindustrie und ihre Beschäftigtenzahl:
• Mayr-Melnhof Karton Gesellschaft m.b.H. – 616 Mitarbeiter
• Norske Skog Bruck GmbH – 468 Mitarbeiter
• Zellstoff Pöls AG – 452 Mitarbeiter
Sappi Austria Produktions-GmbH & Co. KG – 1.285 Mitarbeiter
• Brigl & Bergmeister GmbH – 238 Mitarbeiter

www.festmeter.at

www.hermanns-shaping.com

www.strohecker.at

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